UmweltUmgang mit Ressourcen

Flughafen erfüllt strengere Umweltnormen

Der Flughafen München geht mit Blick auf kommende Generationen schonend und verantwortlich mit natürlichen Ressourcen um. Ein vertrauensvoller Austausch mit den Anspruchsgruppen ist dabei von größter Bedeutung – auch beim Thema Umweltmanagement. Bereits seit 2005 verfügt die Flughafen München GmbH über ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem nach den internationalen Standards der DIN EN ISO 14001 sowie nach den Anforderungen der EU-Verordnung EMAS (Eco-Management and Audit Scheme). Im Jahr 2018 wurde sie erstmals nach der aktualisierten und verschärften internationalen Umweltnorm DIN EN ISO 14001:2015 geprüft und erfolgreich zertifiziert. Im Lauf der Prüfung wurden Umweltaspekte, Chancen und Risiken neu bewertet und zusätzliche Umweltmanagementziele aufgenommen, beispielsweise die »Erhöhung der Biodiversität«. Auch das Thema Lebenszyklusbetrachtung hat an Bedeutung gewonnen. Darüber hinaus begleitet die FMG Tochtergesellschaften mit hohen umweltrelevanten Tätigkeiten bei der Einführung eines systematisierten Umweltmanagements. Erfolgreich rezertifiziert sind bereits die Allresto, aerogate und Cargogate. Zur Ressourcenschonung sind alle Mitarbeiter aufgerufen. So zielt beispielsweise ein Umweltmodul in einer Schulung für Bodendienstleister darauf ab, Kraftstoffverbräuche zu reduzieren und Abfall zu vermeiden oder fachgerecht zu sammeln.

Umweltmanagementsystem im Konzern 2018

Flughafen München GmbH Erfolgreiches Überwachungsaudit EMAS
Allresto Erfolgreiches Überwachungsaudit EMAS
aerogate Erfolgreiches Überwachungsaudit EMAS
Cargogate Erfolgreiches Überwachungsaudit EMAS
AeroGround Einführung geplant  
Zertifizierungen nach dem Eco-Management und Audit-Scheme (EMAS) und DIN ISO 14001

Abfall: hohe Wiederverwertungsquote

Die Flughafen München GmbH erfüllt lückenlos die Vorgaben des Kreislaufwirtschaftsgesetzes und synchronisiert die teils gravierenden Aktualisierungen im Abfallrecht mit den betrieblichen Erfordernissen. So wenig Abfall wie möglich zu produzieren, hat Priorität. In allen Bereichen des Flughafenbetriebs fallen jedoch Abfall-und Wertstoffprodukte an, die dann am Entstehungsort in unterschiedlichen Trennsystemen gesammelt, zertifizierten Fachbetrieben in der Nähe des Flughafens übergeben, in Sortieranlagen aufbereitet und anschließend recycelt oder verwertet werden. Übrig bleibt ein geringer Anteil an nicht verwertbarem Restabfall, den das Heizkraftwerk München Nord in Fernwärme und Strom umwandelt. Die nachhaltige Abfallwirtschaft trägt dazu bei, sekundäre Rohstoffe zu gewinnen und Kosten einzusparen.

Papierverbrauch (FMG)

In tausend Blatt Papier

Grafik: Papierverbrauch (FMG)

Die Flughafen München GmbH optimiert fortwährend die gesamte Prozesskette sowie die Trenn-und Sortierbarkeit aller Abfall-und Wertstoffprodukte. So zerkleinert beispielsweise eine neue Schredderanlage vertrauliches Datenmaterial umgehend »inhouse«. Der Weg der sensiblen Akten zum Entsorgungsfachbetrieb entfällt. Das dabei entstandene Altpapier geht als Rohstoff in eine Papierfabrik. Mit Zertifikat nach LAGA PN 98 (Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall) entnimmt ein Flughafenmitarbeiter seit April 2018 Proben bei Bau-und Rückbauprojekten in Eigenregie und stellt somit Qualitätskontrollen sicher. Ein wesentlicher Vorteil liegt darin, dass zugleich die vorgeschriebene und kostengünstigste Entsorgung ermittelt wird.

Die meisten Abfälle und Wertstoffe erzeugen die Beteiligungsgesellschaften und die am Flughafen ansässigen Firmen sowie Airlines. Voraussetzung für eine erfolgreiche Ressourcenschonung ist also ein individuell auf die jeweiligen Abfallerzeuger zugeschnittenes Entsorgungskonzept – von der Abfallentstehung bis hin zur Verwertung und Beseitigung. Regelmäßig informiert die FMG deshalb über aktuelle Abfallthemen, gibt Hilfestellungen zu umweltbewusstem Verhalten und steht bei Fragen beratend zur Seite.

Die im Vergleich zum Vorjahr gestiegene Abfallmenge basiert im Wesentlichen auf der Zunahme von Rückbau- und Gebäudesanierungsarbeiten. Der Erdaushub »Oberboden«, der zu hundert Prozent wiederverwertet wird, führte zu einem höheren Recyclinganteil.

Entsorgungsmethode für Abfall

In Tonnen (Vorjahreswerte)

Grafik: Entsorgungsmethode für Abfall

Verantwortungsvoller Umgang mit Wasser

Brauchwasser statt Trinkwasser zur Klimatisierung

Ziel des Wassermanagements am Münchner Flughafen ist es, den natürlichen Wasserhaushalt so wenig wie möglich zu beeinflussen und alle Einwirkungen durch Gewässerbewirtschaftung, Entwässerung sowie Trink- und Löschwasserversorgung schonend zu gestalten. Insgesamt verfolgt die FMG dabei folgende Ziele:

  • Abwasseranfall minimieren
  • Abwasserströme bereits am Entstehungsort trennen, separat behandeln und entsorgen
  • Trinkwasser möglichst nur dort verwenden, wo Trinkwasserqualität benötigt wird
  • Abflüsse von versiegelten Flächen zurückhalten, um Abflussspitzen zu vermeiden
  • Zustand des Grundwassers und der oberirdischen Gewässer nicht beeinträchtigen

So wird beispielsweise in den Energiezentralen West und Ost seit einigen Jahren oberflächennahes quartäres Grundwasser (Brauchwasser) aus eigens gebohrten Brunnen zur Kühlung eingesetzt – anstelle von wertvollem tertiärem Grundwasser (Trinkwasser). Dies führte bis Ende 2018 zu einer Trinkwassereinsparung von circa 1.727.100 Kubikmetern. Um in den nächsten Jahren zusätzlich bis zu 50.000 Kubikmeter Trinkwasser jährlich einsparen zu können, sind weitere Brauchwasserbrunnen in der Bauvorbereitung. Insgesamt ist der Trinkwasserverbrauch am Münchner Flughafen im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr um circa drei Prozent gefallen. Grund dafür ist der sparsame Umgang mit der Ressource Trinkwasser. Auch pro tausend Verkehrseinheiten (1 VE = 1 Passagier beziehungsweise 100 Kilogramm Luftfracht) ist der spezifische Trinkwasserverbrauch weiter zurückgegangen: 19,8 statt 21 Liter im Vorjahr.

Gesamt-Trinkwasserverbrauch1), 2)

Grafik: Gesamt-Trinkwasserverbrauch
1) Enthalten sind alle Unternehmen am Campus.
2) Herleitung der Werte: Wasserzählung in m3, gemessen an den Trinkwassereinspeisestellen (Übergabestellen) vom Zweckverband an den Flughafen München

Gesamt-Abwasserableitung1), 2)

Grafik: Gesamt-Abwasserableitung
1) Enthalten sind alle Unternehmen am Campus.
2) Das zur Kläranlage abgeleitete Abwasser setzt sich aus häuslichem
Abwasser, industriellem Abwasser, Mischwasser sowie Enteisungsabwasser zusammen.

Ein circa 300 Kilometer langes Kanalsystem sammelt das Abwasser am Flughafen München. Je nach Verschmutzungsgrad wird es in flughafeneigenen Anlagen vorbehandelt, zurückgehalten, in Gewässer eingeleitet oder zur Kläranlage Eitting abgeleitet.

Abwasserentsorgungskonzept

Grafik: Abwasserentsorgungskonzept

Bodenfilter schützen Grundwasser

Bodenfilter im Bereich der Startbahnköpfe verhindern, dass Enteisungsmittel ins Grundwasser gelangen. Sie dienen zur Rückhaltung und Reinigung des gesammelten Enteisungsabwassers. Regelmäßige Untersuchungen des Sickerwassers mit einer TOC-Messanlage (TOC = Total Organic Carbon) belegen ihre Reinigungswirkung. Je nach Restbelastung wird es in ein Gewässer oder – bei strengen Wintern mit hohem Enteisungsmitteleinsatz – zur Kläranlage geleitet. Die Filter an den Köpfen der Nordbahn und im Osten der Südbahn sind bereits in Betrieb, ein vierter ist im Westen der Südbahn derzeit in Bau und soll 2019 fertiggestellt werden.

Kreislauf Flugzeugenteisungsmittel

Enteisungsfahrzeuge befreien die Flugzeuge vor dem Start von Eis und Schnee. Das von den Flugzeugen dabei abtropfende Enteisungsmittel gelangt über Schlitzrinnen und Kanäle in unterirdische Auffangbecken. In der flughafeneigenen Recyclinganlage wird es anschließend mechanisch/chemisch behandelt, aufkonzentriert und mithilfe von Zusatzstoffen wiederaufbereitet. Die Recyclingquote für den im Enteisungsmittel enthaltenen Wirkstoff Glykol lag in der Saison 2017/2018 bei circa 57 Prozent. Der Durchschnitt der letzten Jahre bewegte sich zwischen 41 und maximal 59 Prozent – je nach Witterung und unter Berücksichtigung des für die Umweltbilanz sinnvollen Energieeinsatzes.

Kreislauf Flugzeugenteisungsmittel

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