UmweltLärmschutz

Regelungen zum Lärmschutz

Flugzeuge unterliegen strengen Lärmgrenzwerten

Die wesentlichen Regeln für den Luftverkehr werden auf internationaler Ebene festgelegt. Unter dem Dach der Vereinten Nationen beschäftigt sich die internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO (International Civil Aviation Organization) mit der Reduzierung von Fluglärm. Aber auch der Flughafenbetreiber kann regulierend eingreifen. Am Flughafen München dürfen laute Luftfahrzeuge ohne Zertifizierung nach Anhang 16 ICAO weder starten noch landen. Für die geplante dritte Start-und Landebahn wird Gleiches für Flugzeuge gelten, die Kapitel 2 zugeordnet sind oder Kapitel 3 nur knapp erfüllen. Die EU verfolgt ähnliche Ziele: Mit dem »Flightpath 2050« will sie die Lärmemissionen, ausgehend von 2000, bis 2050 um 65 Prozent absenken.

Nachtflugregelung am Münchner Airport

Die Nachtflugregelung sieht ein Lärmkontingent vor, das die Anzahl der Bewegungen sowie die Art und Größe der Flugzeuge berücksichtigt. Im Jahr 2018 wurde das zulässige Lärmvolumen am Flughafen München nur zu 71 Prozent ausgenutzt. Der durchschnittliche nächtliche Dauerschallpegel an der Schutzgebietsgrenze lag im Jahr 2018 unter dem erlaubten Wert von 50 dB(A). Die bestehende Nachtflugregelung aus dem Jahr 2001 gilt auch für die geplante dritte Start- und Landebahn. Die dritte Bahn dürfte nachts nur in Ausnahmesituationen genutzt werden – wie in Notfällen oder bei Ausfall einer der beiden anderen Bahnen.

Lärmminderungsmaßnahmen entlasten Anwohner

Foto: Lärmschutz
Ziel bis 2020:
­Lärmschutzstrategie konzipieren und weiterentwickeln

Der Flughafen München möchte die Belastungen durch Fluglärm für Anwohner und Mitarbeiter möglichst gering halten. Das geschieht unter anderem durch operative, technische und finanzielle Maßnahmen.

Triebwerke beim Anflug im Leerlauf

Continuous Descent Operations (auch als Continuous Descent Approach, CDA, bekannt) bezeichnet ein Flugverfahren, bei dem das Luftfahrzeug mit minimaler Triebwerksleistung (idealerweise im Leerlauf) sinkt und weitestgehend Horizontalflugphasen vermeidet. Dadurch wird Treibstoff eingespart und der Ausstoß von CO2 verringert. In einigen Bereichen kann sich gegebenenfalls auch der Lärm reduzieren. Für den Verkehrsflughafen München ist die Anwendung dieser Flugverfahren veröffentlicht.

Kontinuierlicher Sinkanflug

Neue Triebwerksarchitektur halbiert Lärm

Der Airbus A320neo bedient als gegenwärtig effizientestes und leisestes Kurz-und Mittelstreckenflugzeug auch den Flughafen München. Er ist mit Triebwerken der neuesten Generation ausgerüstet, die den Treibstoffverbrauch um 15 Prozent verringern. Damit geht auch eine Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes und des Lärms einher. Der Airbus A350-900 gilt als das modernste und umweltfreundlichste Langstreckenflugzeug der Welt. Es verursacht im Vergleich zu seinem Vorgänger, der A340, deutlich niedrigere Lärmpegel: beim Start bis zu 7 dB(A) weniger und bei der Landung bis zu 3 dB(A) weniger. Die A350-900 hat im Vergleich zur A340 eine um 40 bis 50 Prozent kleinere Lärmkontur und keine Pegel größer als 85 dB(A) außerhalb des Flughafengeländes. Dies führt zu einer geringeren Fluglärmbelastung im Umfeld des Flughafens. Dank modernster Triebwerke und der speziellen Konstruktion des Flugzeugs verbraucht die A350-900 insgesamt 50 Prozent weniger Kerosin und stößt damit 50 Prozent weniger CO2 aus. Lufthansa stationiert fünfzehn Langstreckenflugzeuge vom Typ A350-900 an ihrem Münchner Drehkreuz.

Vergleich der Lärmkonturen der Flugzeugtypen Airbus A340-600 und A350-900

Grafik: Vergleich der Lärmkonturen der Flugzeugtypen Airbus A340-600 und A350-900

Landegebühr: je leiser, desto günstiger

Der Flughafen München nimmt mit lärmdifferenzierten Landegebühren Einfluss auf das eingesetzte Fluggerät. Fluggesellschaften, die leise Flugzeuge verwenden, profitieren von einem gestaffelten, stark gespreizten Gebührensystem. Die lärmabhängigen Start- und Landeentgelte können für einen lauten Flugzeugtyp bis zu achtmal höher sein als für einen leisen.

Dichtes Messnetz zur Fluglärmüberwachung

Mit 16 ortsfesten Messstellen überwacht die FMG kontinuierlich den Fluglärm im Umkreis von etwa 20 Kilometern um den Münchner Airport. Zusätzlich bietet sie mobile Messungen als freiwilligen Service für Gemeinden, die nicht vom stationären Messanlagennetz abgedeckt sind. 2018 wurden bei acht mobilen Fluglärmmessungen an insgesamt 306 Tagen Werte aufgezeichnet – erstmals auch in Kranzberg/Ortsteil Berg und Tiefenbach/Ast. In Velden, Krüglau, Wurmsham, Sünzhausen, Zieglberg und Rudelzhofen erfolgten bereits zum wiederholten Mal mobile Messungen. Zukünftig ist die Beschaffung neuer mobiler Messstationen geplant, die zur Stromversorgung mit umweltfreundlichen Solarpaneelen ausgerüstet sind.

Standorte der ortsfesten Lärmmessstellen der Flughafen München GmbH

Grafik: Standorte der ortsfesten Lärmmessstellen der Flughafen München GmbH

Flugbewegungen live mitverfolgen

Die aktuellen Flugbewegungen sind mit wenigen Minuten Verzögerung über die Website der FMG abrufbar. Dort werden Flugzeugtyp, Airline, Start beziehungsweise Ziel, Flughöhe, Geschwindigkeit sowie Anflug- oder Steigwinkel angezeigt. An beliebiger Stelle kann eine Markierung auf der Karte platziert werden, um zu sehen, in welcher Höhe ein Flugzeug die Stelle überfliegt oder welchen seitlichen Abstand sie zur An- oder Abfluggrundlinie hat. Die Daten der Fluglärmmessstellen stehen ebenfalls per Mausklick zur Verfügung.

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