LeistungsportfolioAviation

Wichtiger Drehkreuzflughafen in Europa

Auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr mit einem neuen Passagierrekord blickt der Geschäftsbereich Aviation zurück. Der Bereich verantwortet das Kerngeschäft der FMG, stellt die Luftverkehrsinfrastruktur und -dienstleistungen für Airlines und Passagiere zur Verfügung und vermarktet sie.

Der Flughafen München ist ein wichtiges Drehkreuz, an dem Flüge effizient und ressourcenschonend gebündelt werden. Er kann also eine Vielzahl von Flugzielen mit einer deutlich geringeren Zahl von Flügen als im reinen Punkt-zu-Punkt-Verkehr anbieten. Dabei fungiert der Flughafen München insbesondere als Europaknoten. Kein anderer Airport bietet Flugverbindungen zu so vielen europäischen Zielen an wie München. Im Airport Connectivity Report des ACI schnitt der Flughafen München im Jahr 2018 erneut hervorragend ab und belegte mit über 35.000 Umsteigeverbindungen weltweit den achten Platz. Gegenüber dem Vorjahr konnte die Hub-Konnektivität am Flughafen München um mehr als 23 Prozent gesteigert werden. Der inzwischen wieder auf 37 Prozent angestiegene Umsteigeranteil sichert die wichtige Drehkreuzfunktion des Flughafens München.

München wächst unter Durchschnitt

Das Passagieraufkommen am Münchner Airport erreichte 2018 mit 46,3 Millionen und einem Plus von rund 3,8 Prozent einen neuen Höchststand. Gemessen an der Wachstumsrate der europäischen Top Ten (+ 5,5 %) entwickelte sich München damit jedoch unterdurchschnittlich. Die Anzahl der Starts und Landungen stieg um 2,2 Prozent auf rund 413.000 Flugbewegungen. Trotz der Engpässe im Bahnsystem wurde damit noch ein deutliches, jedoch unterdurchschnittliches Wachstum erzielt (Branchenschnitt Top Ten Europa: + 4 %). Gedämpft wurde die Wachstumsdynamik vor allem auch durch das Ausscheiden der Air Berlin/Niki-Gruppe und den Marktaustritt von Transavia. Diese Airlines hatten rund neun Prozent des Bewegungsaufkommens im Linien- und Charterverkehr in München generiert. Außerdem kam es 2018 zu vielen Flugausfällen und Verspätungen aufgrund der außergewöhnlichen Wetterlage in der ersten Jahreshälfte mit zahlreichen Gewittern und wegen diverser Verkehrsprobleme, die die europäischen Flugsicherungen und zu optimistische Planungen der Fluggesellschaften verursachten. Insgesamt wurden 8.811 Annullierungen, rund 74 Prozent mehr als im Vorjahr, registriert.

Ziele mit dem größten Passagieraufkommen

Grafik: Ziele mit dem größten Passagieraufkommen
1) Flughäfen Heathrow, Gatwick, Stansted und Luton
2) Flughäfen John F. Kennedy und Newark

Rückgang bei der Fracht

2018 wurden rund 351.500 Tonnen Luftfracht umgeschlagen, 3,1 Prozent weniger als im Vorjahr. In diesem Ergebnis spiegelt sich eine leichte konjunkturelle Eintrübung wider. Auslöser des Rückgangs waren außerdem die geringeren Kapazitäten bei der auf Passagierlangstrecken beförderten Beiladefracht. Sie machte im Jahr 2018 nur noch 84 Prozent des geflogenen Luftfrachtumschlags und damit zwei Prozentpunkte weniger als im Vorjahr aus. Denn einige der in München verkehrenden neuen Langstreckenmaschinen weisen eine geringere Ladekapazität als die Vorgängermodelle auf. Das gilt zum Beispiel für die A380, die zwar sehr viel mehr Passagiere, aber weniger Fracht als die A340 befördern kann. Technisch bedingte Ladebeschränkungen bei der B787 führten ebenfalls zu einem temporär reduzierten Angebot an Frachtvolumen. Positiv entwickelte sich dagegen die auf reinen Frachtmaschinen transportierte Nurfracht mit einem Plus von 11,3 Prozent. Insgesamt lag das Luftfrachtvolumen in München auch im Jahr 2018 auf dem Niveau des Vorjahres, denn Luftfracht wird von München aus auch per Lkw an andere Standorte transportiert und von dort aus weitergeflogen. Der Anteil dieser getruckten Luftfracht nahm deutlich zu.

Mittel- und Langstrecke legen zu

Wachstumsmotor am Flughafen München blieb der internationale Reiseverkehr. So wurden auf den Strecken innerhalb Europas rund eine Million Fluggäste mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs befördert. Dies ist ein Plus von circa drei Prozent. Sogar um rund sieben Prozent stieg das Passagieraufkommen im Langstreckenverkehr an. Dazu trug vor allem die Deutsche Lufthansa bei, die ihre Kapazitäten auf der Langstrecke erheblich erweiterte. Sie setzte seit Beginn des Sommerflugplans 2018 fünf ihrer insgesamt 14 Großraumflugzeuge vom Typ A380 von München aus ein. Die A380 flogen im Sommerflugplan täglich nach Hongkong, Peking und Los Angeles und erreichten auf allen drei Strecken eine sehr hohe Auslastung. Insgesamt war das Angebot im Interkontinentalverkehr von und nach München 2018 größer als je zuvor. Damit setzt sich ein langfristiger Trend fort – die Zahl der Langstreckenflüge ist am Münchner Airport in den letzten zehn Jahren bereits um rund 38 Prozent gestiegen.

München im europäischen Vergleich 2018

Flugbewegungen im Linien-/Charterverkehr

Grafik: München im europäischen Vergleich 2018

Stand: Januar 2019 / Quelle: Airports Council International (ACI)
Istanbul und Moskau: Eigenangaben der Flughafenbetreib

Neue Bestmarke

Grafik: Neue Bestmarke

Dichtes Verkehrsnetz zu zahlreichen Destinationen

Grafik: Dichtes Verkehrsnetz zu zahlreichen Destinationen

Lufthansa stärkt ihr Drehkreuz München

Aufgrund des erfolgreichen Starts der A380-Flüge überlegt die Lufthansa, ab 2020 weitere A380 in München zu stationieren. Das größte Verkehrsflugzeug der Welt kann nur an besonders nachfragestarken Standorten eingesetzt werden. Auch der Umstand, dass die Deutsche Lufthansa verstärkt Flugzeuge mit First-Class-Angebot in München nutzen will, verdeutlicht das hohe Wertschöpfungspotenzial des Standorts und die Bedeutung des Terminals 2 samt Satellitengebäude. Die Lufthansa möchte den Flughafen München außerdem zu einem Hub für Asienflüge ausbauen. Neben Frequenzerweiterungen des Flugangebots nach Seoul und Singapur wird es ab Sommer 2019 auch einmal täglich nach Bangkok gehen. Außerdem wird die Verbindung nach Osaka von Frankfurt nach München verlagert.

Erfolgsmodell Drehkreuz

An einem Drehkreuz werden Flüge effizient und ressourcenschonend gebündelt. Das ermöglicht viele Verbindungen mit einem Minimum an eingesetzten Flugzeugen.

Beispiel: Verknüpfung von zehn Flughäfen

Grafik: Erfolgsmodell Drehkreuz

Die Welt rückt näher

Auch 2018 gab es wieder etliche neue Verbindungen ab München. Die kolumbianische Luftverkehrsgesellschaft Avianca fliegt seit November 2018 fünfmal pro Woche von München nach Bogotá. An ihrem Heimatdrehkreuz bietet die vom Londoner Skytrax-Institut zur besten Fluggesellschaft Südamerikas gekürte Airline den Reisenden ein breites Netz an Anschlussverbindungen. Die Lufthansa steigerte ihr Angebot im Kurz- und Mittelstreckenbereich deutlich und nahm im Langstreckenbereich zum Sommerflugplan Singapur wieder ins Programm. Die Lufthansa-Tochter Eurowings betrieb bis zu drei Langstreckenflugzeuge in München und bediente neben diversen kontinentalen Zielen die Langstrecken nach Bangkok, Cancún, Fort Myers, Las Vegas, Mauritius, Montego Bay, Puerto Plata, Punta Cana, Varadero und Windhuk. Air China erweiterte ihr Pekingangebot auf einen Flug täglich.

Neuzugänge im Terminal 1

Die norwegische Airline Widerøe bringt seit August 2018 mit der neuen Embraer E190-E2 Fluggäste nach Bergen in Norwegen. Außerdem verdichteten Airlines wie Condor oder Volotea ihr kontinentales Angebot im Terminal 1. Auf der Berlinstrecke übernahm easyJet die Verbindungen der Air Berlin und baute damit ihre Präsenz in München deutlich aus. Die Fluggesellschaft Tarom ergänzte ihr Angebot nach Rumänien um einen zweiten täglichen Flug nach Bukarest und flog Sibiu direkt an. Für das Jahr 2019 hat zudem American Airlines eine neue tägliche Verbindung nach Dallas angekündigt. Im Europaverkehr wird der British Airways CityFlyer dreimal täglich den London City Airport mit München verbinden.

Sitzplatzangebot erhöht sich leicht

Im Jahr 2018 wurden von München aus 264 Destinationen, zwei weniger als im Vorjahr, angeflogen. Die Zahl der kontinentalen Ziele erhöhte sich von 181 auf 185, und im Deutschlandverkehr wurde mit 18 Zielen ein Flughafen weniger bedient als im Vergleichszeitraum. Durch die erhöhte Anzahl von Flugbewegungen und die leicht steigende Flugzeuggröße ergab sich ein Plus von rund 2,5 Prozent bei den Sitzplätzen.

Passagierstruktur im Jahr 2018

Grafik: Passagierstruktur im Jahr 2018

Airport Safety: neue europäische Vorgaben

Die Airport Security (Luftsicherheit) und die Airport Safety sind für Flughäfen von zentraler Bedeutung. Zur Airport Safety zählen der sichere Betrieb von Luftfahrzeugen sowie die Gewährleistung der technischen Betriebsbereitschaft von Infrastruktur und Systemen für die sichere Flugbetriebsabwicklung. Der Flughafen München ist aufgrund neu erlassener Vorgaben der EASA (European Aviation Safety Agency) verpflichtet, eine Zertifizierung nach europäischen Vorschriften aufrechtzuerhalten. Das beinhaltet die Erfüllung flugbetriebsrelevanter Standards in den Bereichen Operation, Organisation und Infrastruktur, die Gewährleistung der EASA-Compliance sowie die Umsetzung eines Safety-Managements im Betrieb. Daran ist der Erhalt der Betriebserlaubnis gekoppelt. Der Flughafen München unterliegt außerdem regelmäßigen Inspektionen und Kontrollen durch die zuständige Genehmigungsbehörde, die Regierung von Oberbayern, Luftamt Südbayern.

Flughafenfeuerwehr: wichtiger Beitrag zu hohen Sicherheitsstandards

Die Flughafenfeuerwehr München ist auf dem Gelände des Flughafens für den Brandschutz und die technische Hilfeleistung im Flugzeug- und Gebäudebrandschutz verantwortlich.

Mit einem eigenen Rettungswagen stellt sie außerdem rund um die Uhr die Notfallhilfe für Passagiere und Mitarbeiter sicher. Von den zwei Feuerwachen aus erreichen die Einsatzkräfte innerhalb von 180 Sekunden jeden Punkt auf allen Flugbetriebsflächen. Die mitgeführte Löschkapazität entspricht den höchsten Anforderungen gemäß Kategorie 10 der International Civil Aviation Organization (ICAO). Die Einsatzkräfte und -fahrzeuge des Gebäudebrandschutzes wurden 2018 im Rahmen einer Reorganisation in beiden Feuerwachen neu aufgeteilt, um für die Herausforderungen der zahlreichen Bauprojekte auf dem Flughafengelände optimal vorbereitet zu sein und auch zukünftig die festgelegten Hilfsfristen einhalten zu können. Für die körperliche Leistungsfähigkeit sorgt »Pro.Fit«. Seit März 2018 können Mitglieder der Flughafenfeuerwehr nach diesem individuellen Sportprogramm trainieren.

FMG wirkt an europäischen Luftfahrtstandards mit

Die Flughafen München GmbH beteiligt sich im Rahmen des Projekts SESAR (Single European Sky ATM Research) zusammen mit sechs weiteren Großflughafenbetreibern (London-Heathrow, Paris, Amsterdam, Zürich, Avinor (Norwegen) und Swedavia (Schweden)) an der Weiterentwicklung des europäischen Luftfahrtsystems. Die Flughafenbetreiber haben sich zum Konsortium SEAC (SESAR European Airports Consortium) zusammengeschlossen, die FMG hat dort 2018 die Koordinatorrolle übernommen. An dem Forschungsprojekt sind daneben auch EUROCONTROL, Airbus, Thales und namhafte Fluggesellschaften beteiligt. Sie alle verfolgen das Ziel, die Organisation und Abläufe der Luftfahrtprozesse effizienter und sicherer zu machen. Die FMG gestaltet dabei Projektinhalte aktiv mit. Hierzu gehören unter anderem die Definition eines »Airport Operation Centers«, das im Fall von gravierenden Störungen gemeinsame Lösungen mit allen Beteiligten finden soll, sowie die Optimierung von Rollverfahren zwischen Start- und Landebahn und der Parkposition des Flugzeugs. Darüber hinaus beschäftigt sich die FMG im Projekt »Total Airport Management« mit grundlegenden Prozessen und deren Verbesserung.

Spezielles Biotopmanagement beugt Vogelschlag vor

Kollisionen von Luftfahrzeugen mit großen Vögeln oder Vogelschwärmen können die Sicherheit des Flugbetriebs gefährden. Mit einem speziellen Biotopmanagement beugt der Flughafen München möglichen Kollisionen vor. Diese Sicherheitsmaßnahmen beeinträchtigen nicht den Schutz der am Flughafen München beheimateten Vögel.

  • Die Grünflächen um die Start- und Landebahnen herum werden nach einem an die örtlichen Verhältnisse angepassten Konzept gemäht.
  • Es gibt keine größeren Wasserflächen für Enten und Gänse in der Nähe der Flugbetriebsflächen.
  • Die Entwässerungsgräben nahe der Start- und Landebahnen sind mit Stahlseilen überspannt, um insbesondere Wasservögeln den Zugang zu erschweren.
  • Mitarbeiter des »Wildlife Managements« beobachten die Vogelpopulation auf dem Flughafengelände und in relevanten Biotopen im Umkreis von 13 Kilometern, um mögliche Gefahren durch Vogelflugbewegungen frühzeitig abzuwehren.

Die FMG steht zum Thema Vogelschlagverhütung mit den relevanten Partnern und Institutionen in intensivem Dialog, insbesondere mit den Airlines, der Deutschen Flugsicherung, regionalen und übergeordneten Behörden sowie dem DAVVL (Deutscher Ausschuss zur Verhütung von Vogelschlägen im Luftverkehr e. V.). Die Statistik des DAVVL weist für den Flughafen München seit vielen Jahren vergleichsweise niedrige Vogelschlagraten aus. In den Lufträumen Area 1 und Area 2 waren die Vogelschlagraten im Jahr 2018 im Bundesschnitt um 137 Prozent beziehungsweise um 268 Prozent höher als am Flughafen München.

Wildlife-Strike-Raten 1)

2018 Area 1 Area 2
München 1,57 0,19
Deutsche Verkehrsflughäfen Ø 3,72 0,70
1) Wildlife-Strike-Meldungen für Luftfahrzeuge pro 10.000 Flugbewegungen. Aufgrund von Änderungen in den Meldebestimmungen sind mittlerweile nicht nur Vogelschläge, sondern alle Wildlife Strikes meldepflichtig. (Quelle: DAVVL; Stand: März 2019)
Area 1: Start 0–500 Fuß über Grund beziehungsweise Landung 200–0 Fuß über Grund
Area 2: Start 501–1.500 Fuß über Grund beziehungsweise Landung 1.000–201 Fuß über Grund

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