Erfolgreiche Projekte dank umfassender Erfahrung

Insgesamt 14 laufende oder geplante Bauprojekte

2021 Geplante Fertigstellung des ersten Quartiers

Die Erweiterung des Terminals 1 und ein neues Innovationszentrum als sichere Zukunftsinvestitionen

Wenige Schritte vom München Airport Center entfernt, auf dem Vorfeld vor dem Terminal 1, an einem kalten Januarnachmittag. Unterhalb der Zufahrtsstraße zum Terminal 1 sind schon Baufahrzeuge zu sehen. Hier entsteht eine Rampe, die als Zufahrt dienen wird zur Baustelle. Ein neuer Zaun ist aufgestellt worden, um sie vom Vorfeld zu trennen. Die Herausforderung für Michael Hiss und sein Team besteht darin, hier das Baufeld frei zu räumen und vorzubereiten, ohne den laufenden Flugbetrieb zu beeinträchtigen. Doch Hiss kennt Aufgaben wie diese, spätestens seit dem Bau des Satellitengebäudes.

Der Bauchef der Terminal-1-Erweiterung ist in Kelsterbach geboren, direkt am Flughafen Frankfurt. Schon während seines Architekturstudiums zog es ihn auf die Baustelle, ihn reizte an der Architektur schon immer, »die Sache vom Ende her zu denken«. Noch als Student heuerte er bei Hochtief in Athen an. Das Unternehmen baute damals als Generalübernehmer den dortigen Airport. Als einer der Bauleiter kündigte, wurde aus dem Praktikum über Nacht der erste Job. Später wechselte er zur Lufthansa und trug dazu bei, die Erweiterung der Hauptverwaltung am Frankfurter Flughafen fertigzustellen.

Als eines Tages auf seinem Schreibtisch das Telefon klingelte, war ein Headhunter dran: Da gebe es ein Verkehrsinfrastrukturprojekt im süddeutschen Raum, Bauherren seien ein Mobilitätsdienstleister und ein Infrastrukturanbieter… – »Der neue Satellit am Münchner Flughafen?«, fragte Hiss und musste nicht lange für den Job begeistert werden. So zog Hiss mit seiner Familie nach Bayern und wurde zum Geschäftsführer des anspruchsvollen Großprojekts, das 2016 pünktlich und ohne Startschwierigkeiten eröffnet werden konnte.

350 Meter lang und 43 Meter breit wird der neue Pier.

85 Meter lang und 140 Meter breit wird das neue Kerngebäude.

Extrem hoher Sicherheitsaufwand

Die größte Herausforderung bei dieser Baustelle war, dass sie als Insel mitten im laufenden Flugbetrieb eingerichtet werden musste. Außerdem entstand das Satellitengebäude direkt auf der bestehenden Gepäckförderanlage, und auch der Vorfeld-Tower musste in den Neubau integriert werden. »Ich glaube, wir haben in der ganzen Bauzeit Gott sei Dank nur zweimal die Gepäckbänder zum Stehen gebracht«, sagt Hiss. Wird die Terminal-1-Erweiterung einfacher werden als das Satellitengebäude? Hiss schüttelt den Kopf. »Sicherheitstechnisch haben wir genau dieselben Anforderungen. Jeder einzelne Handwerker benötigt die Zuverlässigkeitsüberprüfung.« Das bedeutet: übersetzte und beglaubigte Führungszeugnisse von allen Wohnorten der letzten zehn Jahre außerhalb Deutschlands. »Angesichts der internationalen Zusammensetzung der Arbeitskräfte am Bau ein massiver Aufwand – und ein Risiko fürs Projekt: keine Ausweise, keine Arbeiter, keine Leistung vor Ort«, so Hiss.

Neuer Innovationsstandort LabCampus

Nur wenig weiter westlich der gerade entstehenden Vorfeldbaustelle wird schon gebaut. Nördlich der Zufahrt zum Flughafen gestaltet der Airport Zukunft, und der Architekt dieser Zukunft lädt in einem modernen Glaskubus an den Stehtisch. Das Bürogebäude ist als erstes im neu entstehenden LabCampus fertig geworden. Dr. Marc Wagener leitet seit 2018 dieses unternehmens- und branchenübergreifende Ideenzentrum. »Wir wollen hier am Flughafen München Firmen und Wissensträger, Start-ups und Global Player, Kreative und Investoren zusammenbringen«, sagt der 47-jährige studierte Diplom-Ingenieur und promovierte Betriebswirt. Für Siemens hat er bereits ein Start-up-Projekt konzipiert und geleitet, außerdem blickt er auf eine umfangreiche berufliche Erfahrung in Kommunikation, Marketing und Strategie zurück.

Auf einer Fläche von 500.000 m2 entsteht der LabCampus.

»Früher mussten Unternehmen nur die richtigen Menschen und Geld zusammenbringen, um bestimmte technische Neuerungen zu schaffen.« Doch die Zeit der großen Forschungsabteilungen gehe dem Ende entgegen. »Heute sind wir an einem Punkt, an dem ständig neue Veränderungen entstehen, manchmal rasend schnell. Wo die herkommen, weiß man vorher oft nicht. Innovation ist viel weniger planbar geworden, große Unternehmen tun sich da schwer«, meint Wagener. Der LabCampus versteht sich daher als ein Ort, der solche Innovationen ermöglicht: ein Ort des Zusammenkommens, des Zusammenarbeitens, des Zusammendenkens, -forschens und -entwickelns.

Optimale Anbindung von Arbeitsplatz und Infrastruktur

Mehr Unabhängigkeit vom reinen Fluggeschäft

Menschen, Arbeit und Mobilität ­verbinden

Auf einer Fläche von 500.000 Quadratmetern entstehen in den nächsten ­Jahren in ­mehreren Stufen Gebäude für Büros, Forschungseinrichtungen, Gastronomie, ­Konferenz, Kindertagesstätten und Dienstleister – in der Summe eine Art Stadtteil für Innovationen. »Unsere Aufgabe ist nicht nur, Flächen zu vermieten«, sagt Wagener. »Wir werden eine attraktive Umgebung schaffen, ­Dienstleistungen für den LabCampus ­anbieten und ganz aktiv alle Partner ­vernetzen.«

Was macht ihn so sicher, dass das Konzept des LabCampus funktionieren wird? »Weil der Flughafen mit 150.000 Passagieren, Besuchern, Mitarbeitern, Geschäftspartnern, die ihn jeden Tag aufsuchen, einen hervorragenden Ort bietet, um Ideen in der realen Welt auszuprobieren.«

Von Anfang an die Bauabnahme im Hinterkopf

Auch Michael Hiss denkt bereits weit in die Zukunft und arbeitet an Projektplänen für die Inbetriebnahme des erweiterten Terminals 1. Dieser Termin ist zwar erst in vier ­Jahren, »aber das können Sie nicht früh genug tun«, betont Hiss. »Wenn man das nicht vom Ende her durchdacht hat, wird man irgendwann überrollt.« Der Grund liege an den äußerst komplexen technischen Systemen. Die für den Brandschutz nötigen Funktionen müssten genauso sichergestellt sein wie die Trennung der Passagierströme und das korrekte Funktionieren von Anzeigen, Boarding Gates und Gepäckbändern.

Deshalb seien vor der Betriebsaufnahme auch nicht nur die rein technischen Funktionen auf Herz und Nieren zu prüfen. Auch die operativen Prozesse müssten trainiert werden. »Damit das am Ende funktioniert, bereiten wir die Inbetriebnahme generalstabsmäßig vor. Wir drängen deshalb schon in der Planung darauf, dass die für die Funktionstests notwendige Hardware möglichst frühzeitig auf die Baustelle kommt. Das sind manchmal banale Details, die uns aber in vier Jahren das Leben deutlich einfacher machen können.«

Es hilft Hiss sehr, dass er in seiner eigenen Berufslaufbahn bereits auf fast allen Stühlen der bei einem solchen Mammutprojekt beteiligten Partner gesessen hat. Diese ­fachliche Tiefe sei aber erst der halbe Weg zum Erfolg, sagt er. Hinzu komme, dass ­Ehrlichkeit, Transparenz und eine offene Fehlerkultur nicht nur gefordert, sondern auch gelebt ­würden. »Wer arbeitet, macht Fehler. Die Kunst liegt nicht nur darin, für möglichst wenig und kleine Fehler zu sorgen, sondern gerade auch darin, Schiefgelaufenes wieder zu ­richten – und zwar besser früher als später.« Gefährlich würden Fehler erst, wenn man versuche, sie auszublenden oder anderen in die Schuhe zu schieben. Für Großprojekte wie die Erweiterung des Terminals 1 gelte das in besonderem Maße. »Wir werden Einzel­vergaben haben an geschätzt 150 Firmen. Das sind mehrere Hundert Projekt- und Bau­leiter. Außerdem komme es über die lange Projektdauer immer zu Änderungen. »Das müssen wir offen, transparent und konstruktiv angehen«, so der Bauprofi.

FMG-IB18-Bauprojekte

Die Regierung von Oberbayern erlässt den Planfeststellungs­beschluss für die Erweiterung des Terminals 1.

Die Inbetriebnahme des neuen Flugsteigs soll 2023 erfolgen.

Damit große Bauprojekte nicht scheitern

Der Flughafen München setzt bei diesem Bauvorhaben auf die Einzelvergabe von Leistungen und vergibt keine Projekte an Generalunternehmer. »Das macht uns zwar viel mehr Arbeit, und wir brauchen auch die geeigneten Leute dafür, aber die tatsächlich zu lösenden Probleme bekommen wir so viel direkter mit«, sagt Hiss. Es gehe bei solchen Projekten ja nicht um irgendein abstraktes Management, sondern um ganz konkretes Führen: das täglich unter Beweis gestellte gute Beispiel, den Impuls, die Kreativität, das Know-how, die Fairness, die Leidenschaft und die Problemlösungskompetenz der Führungskräfte. »Wir als Bauherr prägen das Projekt und das Verhalten aller Beteiligten ganz maßgeblich«, sagt Hiss. Vieles, was zum Gelingen beitrage, könne man nicht per Vertrag verordnen, »das muss man schon selbst jeden Tag aufs Neue vorleben«. Hat Michael Hiss gar keine Angst, dass das ambitionierte Projekt schiefgehen könnte? »Ich würde das Respekt vor der Aufgabe und Wachsamkeit nennen – aber wir haben hier in München vor nicht allzu langer Zeit bewiesen, wie es gehen kann, und müssen jetzt diesen Beweis aufs Neue antreten.« Hiss blickt mit Optimismus in die Zukunft, die der Flughafen München derzeit gestaltet.

Als Nächstes:Mit großen Projekten
die Zukunft gestalten

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