FinanzberichtWirtschaftsbericht

Wirtschaftliches Umfeld

  • Wirtschaftlicher Aufschwung setzt sich fort
  • Deutsche Luftfahrt wächst – verliert aber im internationalen Vergleich
  • Einzelhandel – profitiert von starker Konjunktur
  • Gastronomie und Hotelgewerbe – Aufschwung setzt sich fort
  • Werbewirtschaft – Rückgang im Bereich Out-of-Home-Werbung
  • Parkraumbewirtschaftung – Abhängigkeit von der Kundenstruktur
  • Bürovermietungsmarkt in München läuft weiter auf Hochtouren

Gesamtwirtschaftliches Umfeld

Für ein internationales Luftverkehrsdrehkreuz wie den Flughafen München ist neben der nationalen auch die internationale Wirtschaftsentwicklung entscheidend.

Das Wachstum der Weltwirtschaft entsprach im Jahr 2018 im Wesentlichen den Erwartungen, die zum Jahresbeginn prognostiziert wurden. Nach den aktuellen Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird von einer Zunahme des weltweiten realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 3,7 % 1) ausgegangen. Die Wachstumsrate der globalen Wirtschaft liegt damit leicht unterhalb des Vorjahresniveaus.

In den Schwellenländern zeigte sich ein im Vergleich zum Vorjahr heterogeneres Bild. In den Rohstoff exportierenden Ländern Russland und Brasilien erholte sich die Wirtschaft weiter von der Krise aus den Jahren 2015 und 2016. Die gestiegenen Öl- und Rohstoffpreise haben dazu geführt, dass die russische und brasilianische Wirtschaft im Jahr 2018 um 1,7 % beziehungsweise 1,3 % gewachsen ist. Darüber hinaus entwickelte sich in der Volksrepublik China die Wirtschaft weiterhin positiv. Die Wachstumsrate für das Jahr 2018 lag bei 6,6 %. Dementgegen trugen vor allem Argentinien und die Türkei zu den Sorgen bezüglich der weltweiten Wirtschaftsentwicklung bei. In beiden Ländern hat sich die konjunkturelle Lage im abgelaufenen Jahr deutlich eingetrübt. Die Wirtschaftsleistung ist zwar im Jahr 2018 jeweils mit einer positiven Rate gewachsen, die Währungen werteten aber gegenüber dem US-Dollar stark ab und zeigten hohe Inflationsraten. Darüber hinaus wiesen die Leistungsbilanzen beider Länder ein erhebliches Defizit auf. 2)

In den Industrienationen setzte sich der Aufschwung der letzten Jahre im Wesentlichen fort. In den Vereinigten Staaten nahm die Konjunktur nochmals an Fahrt auf, während in Japan und Großbritannien die Wachstumsdynamik nachgelassen hat. Grund für die positive Entwicklung in den USA sind weiterhin die starken binnenwirtschaftlichen Kräfte. So entwickelten sich der private Konsum und die Ausrüstungsinvestitionen wie schon im Vorjahr sehr positiv, was zum Teil auch durch fiskalpolitische Maßnahmen (Unternehmenssteuerreform) angeregt wurde. Die japanische Wirtschaft wuchs im Jahr 2018 weniger stark als noch im Vorjahr. Grund hierfür ist hauptsächlich die schwache Entwicklung bei den Exporten. Großbritannien zeigte mit 1,4 % ein recht verhaltenes Wachstum. Das Brexit-Votum im Jahr 2016 hat dazu geführt, dass die Konsumentenpreise aufgrund des Wertverlusts beim britischen Pfund Sterling vergleichsweise stark anstiegen, was zu einer verhaltenen Entwicklung des privaten Konsums führte. Die Inflationsrate lag in Großbritannien 2018 deutlich über dem Inflationsziel von 2 %. 2) 

Wirtschaftswachstum ausgewählter Zielländer weltweit

In %

Grafik: Wirtschaftswachstum ausgewählter Zielländer weltweit

Wachstum BIP 2017 und 2018 3)

Der Aufschwung in der Eurozone setzte sich im Jahr 2018 fort, verlor jedoch gegenüber dem Vorjahr an Dynamik. Nach den aktuellen Berechnungen des IWF lag die Wachstumsrate für 2018 bei 1,8 %.1) Das Wachstum ist dabei heterogen auf die Länder der Eurozone verteilt. Frankreich und Italien wiesen vergleichsweise niedrige Wachstumsraten auf, während Spanien immer noch eine deutlich positive Entwicklung zeigte.

Die Arbeitslosenquote ist im Euroraum weiter zurückgegangen und lag damit fast wieder auf Vorkrisenniveau. Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank war im Jahr 2018 weiterhin außergewöhnlich expansiv und stützte so den Aufschwung im Euroraum. Grund für die nachlassende Wachstumsdynamik im Euroraum war die im Vorjahresvergleich weniger positive Entwicklung bei den wichtigsten Wachstumstreibern. So bremste die zunehmende Inflation (hauptsächlich getrieben durch den gestiegenen Rohölpreis) die positive Entwicklung beim privaten Konsum, drohende Handelskonflikte hielten Unternehmen von Investitionen ab und die starke Entwicklung beim Euro sowie die weniger kräftig zunehmende Auslandsnachfrage hemmten das Exportwachstum. 2) 

Wirtschaftswachstum ausgewählter Zielländer europaweit

In %

Grafik: Wirtschaftswachstum ausgewählter Zielländer europaweit

Wachstum BIP 2017 und 2018 3)

Die Bundesrepublik Deutschland befindet sich in einer Phase der Hochkonjunktur. Der bereits seit neun Jahren anhaltende Aufschwung hat aber im Jahr 2018 deutlich an Dynamik eingebüßt. Das BIP der Bundesrepublik Deutschland ist 2018 mit 1,5 % weniger stark gewachsen als im Vorjahr. Gründe hierfür waren, neben erheblichen produktionsseitigen Problemen in der Automobilindustrie, ungünstigere außenwirtschaftliche Rahmenbedingungen und zunehmende Kapazitätsengpässe. 2) Tragende Säulen des anhaltenden Aufschwungs waren der immer noch starke private Konsum sowie die überdurchschnittlich hohen Bau- und Ausrüstungsinvestitionen. Demgegenüber haben sich die deutschen Exporte hauptsächlich aufgrund einer geringen Nachfrage aus dem EU-Ausland und der, im Zusammenhang mit der Einführung des neuen Emissionsprüfungsverfahrens »Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure« (WLTP) stehenden, Exportschwäche der Automobilindustrie deutlich verhaltener entwickelt als im Vorjahr. Die positive Entwicklung der Konsumausgaben wird von der günstigen Lage am Arbeitsmarkt (Arbeitslosenquote von 5,2 %) und den steigenden Lohnniveaus getragen. So verzeichnete der private Konsum im Jahr 2018 eine Zuwachsrate von rund 1,1 %.

Bei den Bauinvestitionen, die weiterhin vom niedrigen Zinsniveau getrieben werden, ergab sich im Jahr 2018 eine Wachstumsrate von 3,2 %. Die Ausrüstungsinvestitionen und die Investitionen in sonstige Anlagen legten um 4,1 % beziehungsweise 0,4 % zu. Die deutschen Exporte wuchsen dagegen lediglich mit einer Rate von 2,0 %. Im Vorjahr lag das Exportwachstum noch bei 4,6 %. Die Inflationsrate war im Jahresdurchschnitt 2018 mit 1,9 % wieder deutlich höher als in den Vorjahren. 4)

Im Vorjahr schwankte der Ölpreis (Marke Brent) in einem Intervall zwischen 45 und 67 US-Dollar je Barrel. Anfang Oktober 2018 erreichte er mit knapp 86 US-Dollar ein Drei-Jahres-Hoch, fiel aber zuletzt im Dezember 2018 auf etwa 52 US-Dollar ab. 5)

Wirtschaftliches Umfeld Luftverkehr (Aviation)

Nach Analysen der International Air Transport Association (IATA) erzielte der weltweite Luftverkehr im Jahr 2018 erneut Rekorde. Insgesamt wurden 4,3 Milliarden Starts im Passagierverkehr (+6,1 %) und ein deutlicher Anstieg bei den verkauften Passagierkilometern (+6,5 %) verzeichnet. Damit lag die Entwicklung jeweils unter dem Wachstum des Vorjahres (+7,3 % beziehungsweise +8,0 %), zeigt jedoch trotzdem einen stabilen Wachstumstrend. Auch die Luftfracht legte um 4,1 % (Frachttonnenkilometer) und damit im Vergleich zum Vorjahr (+9,7 %) schwächer zu. 6)

Die in der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) organisierten Flughäfen erzielten im Jahresdurchschnitt 2018 deutlich positive Wachstumsraten. Das gewerbliche Passagieraufkommen (an/ab) stieg insgesamt um 4,0 %. Die Flugbewegungen legten um 3,9 % zu und der Cargo-Umschlag (Summe aus Luftpost und Fracht ohne Transit) lag mit 1,4 % im Plus. Somit verzeichnete der Flughafen München im Jahr 2018 leicht unterdurchschnittliche Wachstumsraten. 7) Weitere Erläuterungen hierzu sind im Abschnitt »Geschäftsverlauf Aviation« zu finden.

Die durch die Insolvenz der Air Berlin/Niki-Gruppe hervorgerufenen Angebotsveränderungen haben sich, bezogen auf den Flughafen München, im Jahresverlauf 2018 ausgeglichen. Bis auf die Verbindung nach Düsseldorf wiesen alle ehemaligen innerdeutschen Strecken der Air Berlin ein Verkehrsplus auf. Auch der Kontinentalverkehr lag am Flughafen München im Plus, somit wurde auch in diesem Segment das weggefallene Angebot der Air Berlin schnell kompensiert.

Im weltweiten Vergleich, gemessen nach verkauften Passagierkilometern, lag die Region Asien/Pazifik mit einem Wachstum von 8,5 % im Jahr 2018 an erster Stelle, gefolgt von Europa (+6,4 %) und Lateinamerika (+6,0 %). Generell lagen die nach wie vor signifikanten Wachstumsraten nach ersten Schätzungen der IATA zum Teil deutlich unter den Entwicklungen des Vorjahres, nur Nordamerika wuchs mit +5,0 % stärker als im Vorjahr (+3,9 %). Die Prognosen für das Jahr 2019 gehen weiterhin von einem globalen Wachstum aus, jedoch wird sich der Trend nur in den Golfstaaten verstärken sowie in Afrika, das sich nach einem schwachen Jahr 2018 erholen wird. Lateinamerika bleibt vermutlich stabil, Asien, Nordamerika und Europa werden schwächere Wachstumsraten verzeichnen. 6)

Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) entwickelten sich die deutschen Fluggesellschaften im europäischen Vergleich unterdurchschnittlich. Während die Verkehrsleistung europäischer Airlines (gemessen in verkauften Passagierkilometern) mit einem Plus von 6,6 % mit dem globalen Durchschnitt (+6,5 %) mithalten konnte, erzielten die deutschen Fluggesellschaften ein negatives Ergebnis von –1,0 %. Die Einbußen durch die Insolvenz von der Air Berlin/Niki-Gruppe (Marktanteil 2017: 10 %) konnten deutsche Airlines im Jahr 2018 nicht vollständig kompensieren. Diese übernahmen nur fünf Prozentpunkte des Air Berlin/Niki-Marktanteils. Vier Prozentpunkte verteilten sich auf ausländische Gesellschaften wie easyJet und Ryanair/Laudamotion. Der Rest entfiel auf diverse andere ausländische Airlines. In Summe sieht der BDL die Angebotslücke als geschlossen an. 8)

Im Vergleich zu den Fluggesellschaften verzeichneten die Verkehrsflughäfen in Deutschland laut dem BDL ein positives Ergebnis. Deren Passagierzahlen stiegen um 4,1 % an, wobei vor allem der Europa- und Überseeverkehr zu dem Wachstum beitrugen. Der innerdeutsche Verkehr verzeichnete einen geringfügigen Rückgang. Europaweit wuchsen die Passagierzahlen an den Flughäfen um 6,2 % und lagen damit leicht über dem weltweiten Durchschnitt von 6,0 %. 8)

Die IATA weist zusätzlich auf die Defizite der europäischen Luftrauminfrastruktur hin und ermittelte einen Anstieg der entsprechenden Verspätungsminuten um 61 %. Die monetären Verluste daraus quantifizierte die IATA mit über 2,2 Milliarden US-Dollar für Fluggesellschaften und rund 2,5 Milliarden US-Dollar für die Passagiere. 6) Diese Einschätzung teilt auch der BDL: Die steigende Zahl an Starts und Landungen (+4,0 %) an deutschen Flughäfen, die durch die Deutsche Flugsicherung (DFS) kontrolliert werden, sowie die Anzahl an Überflügen, die in den vergangenen fünf Jahren um 13 % zunahmen, stellen für die bestehende Infrastruktur eine große Herausforderung dar. 8)

Dementsprechend hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in seinem aktuellen Luftverkehrskonzept 20 Maßnahmen zur Bewältigung der Anforderungen untersucht. Es kam zu dem Schluss, dass das Ziel (Teilhabe am weltweiten Wachstum) trotz Umsetzung aller Vorschläge aus dem Portfolio nur zum Teil erreicht wird. Somit würde ein weiterer Zeitverzug bei der Realisierung dieser Maßnahmen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Luftverkehrswirtschaft elementar gefährden. Das Hauptproblem des deutschen Luftverkehrs ist somit nicht eine mangelnde Nachfrage, sondern liegt darin, die Nachfrage durch ein entsprechendes Angebot befriedigen zu können. 9)

Wirtschaftliches Umfeld Commercial Activities

Dank höherer Einkommen und Rekordbeschäftigung verzeichneten die deutschen Einzelhändler nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auch 2018 insgesamt einen Umsatzanstieg von 2,3 % auf 525 Milliarden Euro. Immer mehr stationäre Händler profitierten vom Online-Wachstum (2018: +9,7 %), indem sie die Chance der Digitalisierung für sich nutzen. 10)

Der Handelsverband Deutschland (HDE) sieht den Handel weiterhin auf Kurs. Die günstige Lage am Arbeitsmarkt und die aktuelle Lohnentwicklung werden jedoch durch die Erwartungen der Bürger bezüglich der Konjunktur gedämpft. Insgesamt herrscht dennoch eine gute Verbraucherstimmung. Diese Entwicklung bestätigt auch der ifo-Geschäftsklimaindex: Die Mehrheit der befragten Einzelhandelsunternehmen bewerten die Geschäftslage für die nächsten sechs Monate positiv. 10)

Laut Deutschem Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) konnte das Gastgewerbe im Jahr 2018 zum neunten Mal in Folge mit einem Plus abschließen und setzte damit seinen Aufwärtstrend fort. Auch im Bereich der Beherbergung von Gästen konnte ein Umsatzanstieg von 3,7 % erreicht werden, was preisbereinigt eine Wachstumsrate von 1,5 % darstellt. Mit einem nominalen Umsatzplus von 2,8 % (real 0,6 %) entwickelte sich auch die Gastronomie positiv. Der Cateringbereich konnte ebenfalls um 3,0 % (real 1,2 %) zulegen. 11)

Im Geschäftsjahr 2018 lagen die Bruttowerbeaufwendungen der werbungtreibenden Unternehmen mit rund 31.862 Millionen Euro auf Vorjahresniveau. Zu der primär bedienten Werbegattung am Flughafen München zählt die Out-of-Home-Werbung. Die Bruttowerbeaufwendungen in diesem Bereich sind im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 % zurückgegangen. 12)

Verschiebungen im Modal Split, der das Anreiseverhalten von Passagieren widerspiegelt, die im Einzugsgebiet des Flughafens München wohnen (sogenanntes Quellaufkommen), sowie die Entwicklungen im Besucheraufkommen von Passagieren aus dem In- und Ausland hatten unterschiedliche Auswirkungen auf das Geschäftsfeld Parken. Insbesondere das Geschäft der »Shared Mobility« (Mietwägen und Carsharing) profitierte vom erhöhten Passagieraufkommen. Verlagerungseffekte auf andere Anreisemittel, insbesondere auf die S-Bahn, konnten umsatzseitig durch eine Preissteigerung sowie durch Parkvorgänge in höherwertigen Produktkategorien erreicht werden.

Wirtschaftliches Umfeld Immobilienvermarktung (Real Estate)

Die Landeshauptstadt München ist weiterhin ein attraktiver Markt für die Bürovermietung. Mit einem Flächenumsatz von 979.300 Quadratmetern wurde die Millionenmarke zwar knapp verfehlt, aber trotzdem ein außerordentlich hohes Ergebnis erzielt. Der Flächenumsatz liegt damit nahezu auf dem Niveau des Vorjahres von 984.200 Quadratmetern. 13)

Das Marktgeschehen ist weiterhin vom geringen Flächenangebot geprägt. Der Leerstand ging im Vergleich zum Vorjahr um 125.300 Quadratmeter auf 410.600 Quadratmeter zurück. Die Leerstandsquote sank um 0,6 Prozentpunkte auf 1,8 %. 13)

Die Durchschnittsmiete für Büroimmobilien in München stieg um 10 % auf 19,0 Euro/m². Im Vergleich dazu lag die Durchschnittsmiete im Umland von München bei 12,8 Euro/m². Die Spitzenmiete entwickelte sich mit einem Anstieg von 1 % auf 36,0 Euro/m² etwas moderater. 13)

Im Immobilienmarkt zeigt sich die Tendenz, dass große Unternehmen mehr Flächen anmieten, als sie brauchen, um ihr zukünftiges Wachstum abdecken zu können. Vorerst nicht benötigte Flächen werden untervermietet. Außerdem gibt es Anzeichen, dass auf der Projektentwicklungsseite wieder mehr geschehen wird. Hierfür werden auch Standorte interessant, die in der Vergangenheit weniger im Fokus standen. Angesichts der Rolle Münchens als wichtiger Bürostandort im nationalen und internationalen Kontext ist ein Flächenwachstum auch notwendig, um für ansässige Unternehmen und Neuansiedlungen attraktiv zu bleiben. 13)

1) Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook, Januar 2019
2) Sachverständigenrat der Bundesregierung, Herbstgutachten 2018, November 2018
3) IWF, World Economic Outlook, Januar 2019
4) ifo Institut, Konjunkturprognose, Dezember 2018
5) Website onvista, Dezember 2018
6) IATA, 2018 End-Year Report, Dezember 2018
7) ADV, ADV-Aktuell: Verkehrsprognose der ADV für das Jahr 2019
8) BDL, Jahresbilanz 2018, Februar 2019
9) Luftverkehrskonzept des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur
10) Statistisches Bundesamt & HDE, Pressemitteilung, Januar 2019
11) Statistisches Bundesamt & DEHOGA, Pressemitteilung, Februar 2019
12) Nielsen, Werbetrend: Top Trends im Dezember 2018, Januar 2019
13) Colliers International, Pressemitteilung, Januar 2019
 

Geschäftsverlauf

  • Start des Projekts »LabCampus«
  • Baubeginn des Erdinger Ringschlusses
  • Moratorium »Dritte Start- und Landebahn«
  • Freigabe zur Erweiterung des Terminals 1
  • Passagierrekord und Zunahme der Flugbewegungen
  • Bodenabfertigungsdienstleistungen in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld
  • Einzelhandel – Umsatzwachstum nicht im Einklang mit der Passagierentwicklung
  • Gastronomie und Hotel auf Erfolgskurs
  • Parken – Nachfrage wächst mit Passagieraufkommen
  • Werbung – herausforderndes Marktumfeld
  • Impulse für die weitere Standort- und Immobilienentwicklung

Wichtige Ereignisse im abgelaufenen Geschäftsjahr

Am 8. März 2018 erfolgte der Start für das Projekt »LabCampus«. Der Flughafen München plant, damit einen einzigartigen Standort für Innovation und branchenübergreifende Kooperation zu schaffen. Auf dem Areal der AirSite West wird eine zukunftsgerichtete Infrastruktur entstehen, die Firmen und Forschungseinrichtungen, Start-ups und Global Player, Kreative und Investoren zusammenbringt, um die Entwicklung neuer Ideen und Produkte voranzutreiben. Zur Realisierung des Projekts, der Kundenakquise und der Bereitstellung aller erforderlichen Innovationsservices vor Ort hat die FMG im Geschäftsjahr 2018 das Tochterunternehmen LabCampus gegründet, welches in den Konsolidierungskreis einbezogen wird.

Für eine bessere Anbindung des Flughafens München an den Schienenverkehr war der offizielle Start für den Ausbau des Bahntunnels am 5. September 2018 ein wichtiges Ereignis. Mit dieser Baumaßnahme wird die Realisierung des Erdinger Ringschlusses, also die Weiterführung der Bahnstrecke von Freising über den Flughafen München nach Erding, vorangetrieben.

Die Kosten für den Rohbau der Tunnelverlängerung werden vom Flughafen München getragen und in Form eines verzinslich zurückzuzahlenden Zuschusses vom Freistaat Bayern vorfinanziert. Mit Inbetriebnahme der Tunnelverlängerung wird für den Flughafen München die Zahlung der Investitionskosten fällig. Im Geschäftsjahr 2018 wurden im Zusammenhang mit dieser Baumaßnahme TEUR 13.674 als Anlagen in Bau aktiviert.

Nach den Landtagswahlen im Oktober 2018 wurden im Koalitionsvertrag für die Legislaturperiode 2018 bis 2023 zwischen CSU und Freien Wählern folgende Festlegungen getroffen: »Über die Notwendigkeit einer dritten Start- und Landebahn am Flughafen München gibt es unter den Koalitionspartnern unterschiedliche Auffassungen. Die Planungen für deren Bau werden daher während der aktuellen Legislaturperiode nicht weiterverfolgt…« Die Festlegungen, insbesondere das Moratorium in Bezug auf die dritte Start- und Landebahn, hat umfassende Auswirkungen auf den Flughafen München Konzern. Die Auswirkungen aus dem Moratorium wurden im Geschäftsjahr 2018 bilanziell abgebildet.

Die Regierung von Oberbayern hat im November 2018 den Planfeststellungsbeschluss für die Erweiterung des Terminals 1 um einen Flugsteig erlassen. Ziel dieser Ausbaumaßnahme ist eine bedarfsgerechte Anpassung des Non-Schengen-Bereichs sowie die Steigerung der Service- und Aufenthaltsqualität im Terminal 1. Die Inbetriebnahme des Flugsteigs ist für das Jahr 2023 geplant. Die für das Ausbauvorhaben veranschlagten Gesamtkosten wird der Flughafen München voraussichtlich aus eigenen Mitteln aufbringen.

Weitere Ereignisse, die sich wesentlich auf die Geschäftsentwicklung des Flughafens München ausgewirkt haben oder sich auswirken werden, haben im Geschäftsjahr nicht stattgefunden.

Geschäftsverlauf Aviation

Verkehrszahlen Flughafen München 1)

      Zu-/Abnahme
  2018 2017 Absolut Relativ
Flugbewegungen 413.469 404.505 8.964 2,2 %
Passagiere in Millionen 46,3 44,6 1,7 3,8 %
Cargo in Tonnen 2) 375.247 388.517 –13.270 –3,4 %
1) Rundungsbedingte Abweichungen möglich
2) Zur besseren Vergleichbarkeit mit anderen Verkehrsflughäfen wird der Cargo-Umschlag hier inklusive der Frachtmengen angegeben, die am Flughafen München im Transit an Bord des Flugzeugs verbleiben. Die Werte können sich daher von denen aus anderen Publikationen unterscheiden, in denen nur Fracht- bzw. Cargo-Umschlag (ohne Transit) betrachtet werden.

Mit einem absoluten Anstieg von rund 1,7 Millionen Passagieren erzielte der Flughafen München erneut ein erfreuliches Wachstum und erreichte im Geschäftsjahr 2018 mit insgesamt 46,3 Millionen Passagieren (+3,8 %) ein neues Rekordergebnis. Auch bei den Flugbewegungen wurde ein deutliches Plus (+2,2 %) verzeichnet. Mit insgesamt 413.469 Flugbewegungen (Starts und Landungen) näherte sich der Flughafen München seinem historischen Bewegungshöchststand und dem Kapazitätslimit an. Dagegen ist der Cargo-Umschlag (Ergebnis aus Luftfracht und Luftpost inklusive Transit) aufgrund der rückläufigen Entwicklung bei der Beiladefracht im Vergleich zum Vorjahr um etwa -3,4 % auf rund 375.000 Tonnen gesunken.

Die Verkehrsentwicklung am Flughafen München zeigt, dass der durch den Rückzug der Transavia Airlines und die Insolvenz von Air Berlin verursachte Rückgang an Flugbewegungen besser als erwartet kompensiert werden konnte – ein weiterer Beleg für die konsistent hohe Nachfrage am Standort München. Trotz dieser extrem schwierigen Ausgangslage konnten die Erwartungen an die Verkehrsentwicklung mehr als erfüllt werden.

Nach einer Stagnation im Vorjahr erhöhte sich die durchschnittliche Anzahl der angebotenen Sitzplätze leicht auf 154 Sitze pro Flug. Zwar wurde mit dem Airbus A380 auch signifikant größeres Fluggerät eingesetzt, demgegenüber stand aber der verstärkte Einsatz von Regionaljets mit unterdurchschnittlicher Sitzplatzkapazität, sodass es in Summe nur zu einem geringen Anstieg der durchschnittlichen Flugzeuggröße kam. Besonders erfreulich ist, dass fünf Maschinen des Airbus A380 – des größten Passagierflugzeugs der Welt – nach München verlegt wurden und zudem mindestens 15 Airbus A350 – die modernsten Langstreckenmaschinen der Deutschen Lufthansa – in München stationiert werden. Eine essenzielle Zielgruppe im Langstreckenverkehr sind die Kunden der Premium-Reiseklassen. Auch hier nimmt der Flughafen München insbesondere wegen der hohen Anzahl an Geschäftsreisenden eine Spitzenposition ein. Das Passagierwachstum wurde daher durch die bessere Auslastung von 77,5 % (+1,0 Prozentpunkte) und ein erhöhtes Flugangebot ermöglicht.

Flugbewegungen am Flughafen München

In Tausend

Grafik: Flugbewegungen am Flughafen München

Sowohl der Originär- als auch der Umsteigeverkehr waren wichtige Wachstumstreiber der Verkehrsentwicklung. München hatte mit 28,9 Millionen Fluggästen mehr Originärpassagiere (Passagiere, die nicht umsteigen) als im Vorjahr. Der Umsteigeranteil erhöhte sich leicht auf 37 %.

Die Nachfrage nach innerdeutschen Flügen lag bei 9,7 Millionen Passagieren. Dies bedeutete ein Minus von rund 140.000 Passagieren. Das Segment lag im kumulierten Jahresergebnis also knapp unter dem Vorjahreswert (-1,4 %), zeigte jedoch seit Beginn des Winterflugplans Ende Oktober für den Zeitraum 2018/2019 deutliche Erholungstendenzen. Der leichte Rückgang ist hauptsächlich auf die ersatzlos entfallenen Flüge der Transavia Airlines nach Berlin-Schönefeld mit rund 90.000 Passagieren zurückzuführen. Die Verkehrsstrecken der Air Berlin, die zuletzt fast ausschließlich innerdeutsche Ziele bediente, haben Eurowings und Deutsche Lufthansa weitestgehend aufgefangen – lediglich die Strecke nach Düsseldorf hat ihr Kompensationspotenzial noch nicht voll ausgeschöpft. Die Strecke nach Berlin-Tegel liegt dagegen weitgehend auf Vorjahresniveau, signifikante Abzugseffekte durch die neue ICE-Strecke zwischen Berlin und München sind nicht zu beobachten. Die Zahl der innerdeutschen Flugbewegungen stieg sogar um 3,5 % beziehungsweise rund 3.000 auf circa 91.000 Starts und Landungen. Die unterschiedliche Entwicklung von Flugbewegungen und Passagieren im innerdeutschen Luftverkehr begründet sich mit den erwarteten Anlaufschwierigkeiten bei der Vermarktung von Verbindungen neuer Airlines beziehungsweise Strecken.

Der kontinentale Verkehr verzeichnete deutliche Zuwächse: Die Flugbewegungen stiegen auf rund 266.000 Flüge, was einem Plus von rund 5.000 Flügen beziehungsweise 1,8 % entspricht. Auch wurden im Vergleich zum Vorjahr circa 1,3 Millionen mehr Passagiere (insgesamt 28,8 Millionen) befördert. Dies entspricht einem Anstieg von etwa 4,8 %. In diesem Verkehrssegment wurden die Verluste, die durch den Marktaustritt von Air Berlin sowie den Wegfall der Transavia Airlines entstanden sind, mehr als kompensiert.

Gemessen an der Anzahl der Passagiere zeigte der Langstreckenverkehr die höchsten Wachstumsraten. Interkontinental waren knapp 7,8 Millionen Passagiere unterwegs, rund 500.000 Passagiere mehr als im Vorjahr (+6,9 %). Auch die Langstreckenbewegungen erhöhten sich um 1,6 % (über 400 Flüge mehr) auf rund 31.900 Langstreckenflüge.

Passagierentwicklung Flughafen München

In Millionen

Grafik: Passagierentwicklung Flughafen München

Der Luftfrachtumschlag konnte im Geschäftsjahr 2018 nicht an den Erfolg der vergangenen Jahre anknüpfen und ist um etwa 3,1 % auf rund 352.000 Tonnen zurückgegangen. Diverse Sondereffekte wie zum Beispiel die reduzierte Frachtkapazität durch geänderte Flugzeugtypen, beispielsweise den Airbus A380 der Deutschen Lufthansa, oder technisch bedingte zeitweilige Ladebeschränkungen bei der Boeing B787 führten zu diesem leichten Rückgang. Dennoch konnte das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte des Flughafens erzielt werden.

Mit einem Anteil von über 80 % ist die auf Passagiermaschinen aus- und zugeladene Frachtmenge, die sogenannte Beiladefracht, das wichtigste Verkehrssegment. Die Beiladefracht ging – gleichlaufend zur reduzierten Frachtkapazität – im Vergleichszeitraum um etwa 5,5 % auf rund 294.000 Tonnen zurück. Die auf reinen Frachtflügen transportierte Menge legte dagegen aufgrund der zusätzlichen Verbindungen der Air Bridge Cargo (etwa nach Russland) deutlich um etwa 11,3 % auf rund 58.000 Tonnen zu.

Der Luftpostumschlag erhöhte sich auf rund 16.800 Tonnen. Nachdem die Luftpost im Vorjahr teilweise eingestellt wurde, verstärkte sich die Nachfrage nach Luftpostdiensten im Jahr 2018 wieder. 

Luftfracht und Luftpost (inklusive Transit) am Flughafen München

In Tonnen

Grafik: Luftfracht und Luftpost (inklusive Transit) am Flughafen München

Im Vergleich mit den Verkehrsergebnissen der in der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) vertretenen Flughäfen konnte München die überdurchschnittliche Entwicklung des Vorjahres nicht fortsetzen. Die Cargo- und Bewegungszahlen blieben hinter dem Durchschnitt zurück, beim Passagieraufkommen lag München innerhalb des ADV-Durchschnitts. Anzumerken ist dabei, dass die hohen ADV-Wachstumsraten auf die starke Entwicklung in Frankfurt – dem mit Abstand größten Standort – zurückzuführen sind. Dort wurden Wachstumsraten von rund 8 % im Passagierverkehr verzeichnet. Anders ist die Situation dagegen bei der Luftfracht: Starkes Wachstum verzeichneten Flughäfen mit 24-Stunden-Betrieb wie Köln/Bonn oder Leipzig. Dort steigerten die sogenannten Paketdienste – vor allem das rasant wachsende Segment E-Commerce – das Frachtaufkommen, ein Verkehrssegment, das München aufgrund der strengen Nachtflugregelung nicht entsprechend bedienen kann.

Verkehrsergebnisse 2018 im Vergleich 14)

In % ADV München
Bewegungen (gesamter Verkehr) 4,2 2,2
Passagiere (gewerblicher Verkehr) 4,0 3,8
Cargo (Luftfracht und Luftpost und Transit) 1,8 -3,4

Trotz erfreulicher Zuwächse verblieb München laut dem Airports Council International (ACI) im europäischen Ranking der verkehrsstärksten Flughäfen nach Passagieren auf Rang acht. Bei den Flugbewegungen konnte der siebte Platz behauptet werden. 15)

Am Flughafen München gibt es zwei Bodenabfertigungslizenzen. Eine davon ist fest an die Tochtergesellschaft AeroGround Flughafen München GmbH (AE München) vergeben. Der Marktanteil der AE München lag im Geschäftsjahr 2018 bei 54,5 % und damit um 3,2 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Trotz eines starken Wachstums der Deutschen Lufthansa verzeichnete die AE München einen Abfertigungsmengenrückgang von insgesamt 3,5 %. Diese negativen Veränderungen sind maßgeblich das Resultat aus der Insolvenz des zweitgrößten Kunden Air Berlin sowie deren Tochter Niki.

Der stark rückläufige Marktanteil im Terminal 1 ergab sich zum einen aus einem Marktwachstum im Low-Cost-Segment (u.a. Eurowings), an dem die AE München nicht partizipieren konnte. Zum anderen sind die Abfertigungen der Air Berlin und Niki im Terminal 1 nach deren Einstellung des Flugbetriebs im Jahr 2017 entfallen.

Die AeroGround Berlin GmbH (AE Berlin) hält Bodenabfertigungslizenzen an den beiden Berliner Flughäfen. Im Geschäftsjahr 2018 betrug der Marktanteil 24 % am Standort Berlin-Tegel und 17 % am Standort Berlin-Schönefeld. Als Folge der Insolvenz des größten Kunden Air Berlin im Geschäftsjahr 2017 ist das Abfertigungsvolumen im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 40 % zurückgegangen. Eine große Herausforderung bestand im Geschäftsjahr 2018 darin, den Geschäftsbetrieb zu konsolidieren und an die geänderten Kundenverhältnisse anzupassen.

Geschäftsverlauf Commercial Activities

Im Vergleich zum Vorjahr entwickelte sich der Umsatz im Geschäftsfeld Commercial Activities insgesamt positiv. Dabei führten unter anderem Passagierverlagerungen vom Terminal 1 in das Terminal 2 und die damit einhergehenden wirtschaftlichen Effekte zu teils heterogenen Entwicklungen.

Der Einzelhandel des Flughafens München konnte im Geschäftsjahr 2018 nicht an den positiven Trend des Vorjahres anknüpfen. Trotz steigender Passagierzahlen verzeichnete der Einzelhandel insgesamt rückläufige Umsätze, sodass der Umsatz je Passagier das Vorjahresniveau nicht erreichte. Einen großen Einfluss hatte hier die Verlagerung von Passagierströmen aus dem Terminal 1 in das Terminal 2, was zu längeren Prozesszeiten an den Sicherheitskontrollen und somit einer kürzeren Aufenthaltszeit potenzieller Kunden im nicht-öffentlichen Bereich geführt hatte.

Vor allem der im Vorjahr starke Wachstumsimpuls des Passagieraufkommens für die Destination Russland ist in diesem Jahr ausgeblieben. Hingegen entwickelte sich der Umsatz aus dem Passagieraufkommen der stärker gefragten Flugziele China und Hongkong weiter positiv, jedoch unterproportional zur Zahl der Einsteiger.

Seit dem Referendum Großbritanniens zum Austritt aus der EU im Jahr 2016 hat das britische Pfund Sterling deutlich an Wert verloren, was sich unmittelbar auf das Konsumverhalten der Passagiere aus Großbritannien auswirkte. Trotz steigender Passagierzahlen waren die Umsatzerlöse mit dieser Kundengruppe nach wie vor rückläufig.

Das Passagieraufkommen für das Zielland Türkei hat sich im Gegensatz zum Vorjahr deutlich erhöht, jedoch konnten die Umsatzerlöse für diese Kundengruppe im Einzelhandel nur unterproportional gesteigert werden.

Die Umsätze der Restaurants und Bars konnten, absolut betrachtet wie auch je Passagier, von den dynamisch steigenden Passagierzahlen profitieren und sind im Geschäftsjahr 2018 erneut gestiegen. Denn der Trend der Airlines zu weniger Verpflegung an Bord führte dazu, dass die Passagiere das Angebot am Flughafen München stärker nutzten oder als Take-away mitnahmen. Neu eröffnete beziehungsweise erweiterte Einheiten trugen somit zum Wachstum der gastronomischen Umsätze am Flughafen München bei.

Im Bereich Hotel fragten Gäste beziehungsweise Konferenzteilnehmer die Zimmer sowie das neue Konferenzzentrum stark nach. Bei den Skytrax Awards 2018 wurde das 5-Sterne-Hotel im Zentralbereich des Flughafens München zum vierten Mal in Folge als bestes Flughafenhotel in Europa ausgezeichnet. 16)

Vom Wachstum der Passagierzahlen im Originäraufkommen profitierte die Parkraumbewirtschaftung nur bedingt. Trotz einer geringfügig zurückgegangenen Nachfrage nach Parkflächen konnte der Umsatz bei geändertem Parkverhalten durch eine Weiterentwicklung der Produktkategorien und ein steigendes Wachstum der »Shared Mobility« (Mietwägen und Carsharing) insgesamt gesteigert werden.

Der Rückgang der Werbegattung »Out-of-Home« spiegelte sich auch am Flughafen München im Geschäftsjahr 2018 wider. Die Werbeeinnahmen bewegten sich zwar auf Vorjahresniveau, jedoch ist dies unter anderem auf Sonder- beziehungsweise Einmaleffekte zurückzuführen. In den Terminals entwickelten sich die Werbeeinnahmen weiterhin heterogen. Im Terminal 2 und dem Satellitengebäude konnte aufgrund der Verkehrsverlagerung und der höheren Attraktivität der Werbeflächen ein deutliches Wachstum verzeichnet werden. Vor allem im Terminal 1 bleibt die Vermarktungssituation aufgrund der dort größtenteils analogen Werbeinszenierungen weiterhin herausfordernd.

Geschäftsverlauf Real Estate

Das Immobiliengeschäft des Flughafens München entwickelt sich auf bestehendem hohem Niveau nur leicht weiter. Vornehmlich aufgrund der angespannten Wettbewerbssituation der Airlines waren bei den Bestandsimmobilien keine Mieterlössteigerungen über die Indexierung hinaus möglich. Umbauten sowie die befristete Wiedervermietung eines Hangars haben zu leichten Erlössteigerungen geführt.

Ein wichtiges Zukunftsprojekt ist das Areal AirSite West, auf dem in den kommenden Jahren der branchenübergreifende Innovationsstandort LabCampus und zahlreiche Neubauten entstehen werden.

Die Erschließungsmaßnahmen der AirSite West schreiten voran. Bereits im Vorjahr ist als verkehrsentlastende Maßnahme an der Kreuzung Nordallee/Novotel ein Kreisverkehr mit Bypass entstanden. Zur weiteren Verkehrserschließung dieses Areals wurde im Geschäftsjahr 2018 am westlichen Ende der Nordallee noch ein Kreisverkehr errichtet. Darüber hinaus hat der Flughafen München mit dem Bau einer Verkehrsverbindung über die Zentralallee (Verkehrsknoten West 0) begonnen. Hier entsteht ein Brückenbauwerk vom westlichen Ende der Nordallee über die Zentralallee und die Bahngleise bis zum Wartungsbereich des Flughafens. Außerdem hat der Flughafen München im Bereich der AirSite West weitere Kanalbaumaßnahmen umgesetzt und Gebäude abgerissen, um künftige Baufelder freizumachen.

Das auf diesem Areal in Modulbauweise errichtete Bürogebäude hat der Geschäftsbereich Real Estate im Geschäftsjahr 2018 bereits bezogen. Einhergehend mit der Immobilien- und Parkstrategie entstand nahe des Besucherparks die Parkpalette P51 mit rund 2.000 Stellplätzen.

Im Zusammenhang mit dem Erdinger Ringschluss hat der Flughafen München im östlichen Areal des Flughafens mit den Tunnelbauarbeiten begonnen. Der bestehende Tunnel, der derzeit auf der Höhe des Satellitengebäudes des Terminals 2 endet, wird in östlicher Richtung verlängert. Die Tunnelverlängerung ist rund 1,5 Kilometer lang und wird um ein 300 Meter langes Rampenbauwerk, über welches die Züge wieder an die Oberfläche gelangen, ergänzt. Der Flughafen München plant, den Tunnelrohbau bis zum Jahr 2021 fertigzustellen. Anschließend wird dieser von der DB Netz AG mit den für den Zugverkehr notwendigen technischen Ausstattungen ausgerüstet.

Darüber hinaus starteten 2018 zur Verbesserung der östlichen Straßenanbindung des Flughafens München die Bauarbeiten für den mehrspurigen Ausbau des Südrings und dessen Verlängerung nach Osten Richtung Flughafentangente Ost.

Zur Qualitätssteigerung im Terminal 1 plant der Flughafen München, die Abfertigung von Non-Schengen-Passagieren mit einem neuen Flugsteig baulich zu optimieren. Mit der Erweiterung reagiert der Flughafen auf die veränderte Verkehrsstruktur und verbessert die Abfertigung von Großraumflugzeugen. Zudem sind die Anforderungen an die Sicherheitskontrollen seit dem Jahr 1992 stetig gestiegen. Im Gegensatz zu früher, als zahlreiche kontrollfreie Umsteiger dieses Terminal nutzten, müssen nun fast alle Passagiere im Terminal 1 samt Gepäck überprüft werden – nur eine umfassende Erweiterung um einen neuen Flugsteig ermöglicht es, frühere Abfertigungskapazitäten wieder zu erreichen.

Das Gesamtkonzept für die Erweiterung sieht einen in drei Ebenen gegliederten Baukörper vor, der sich aus einem an das Terminal 1 angrenzenden Kerngebäude und einem Flugsteig zusammensetzt. Dieser wird mit den bestehenden Modulen A und B verbunden sein und mehr als 320 Meter in das westliche Vorfeld des Flughafens München hineinreichen. An dem Flugsteig können dann bis zu zwölf Flugzeuge andocken. Die Gesamtfläche der Erweiterung inklusive der Umbauten im bestehenden Ankunftsbereich B beträgt rund 95.000 Quadratmeter. Im Geschäftsjahr 2018 hat der Flughafen München mit den ersten vorbereitenden Arbeiten am Vorfeld und auf den geplanten Baustelleneinrichtungsflächen begonnen.

Für die weitere Entwicklung im Luftverkehr hat der Flughafen München eine neue Rampengerätestation für die Enteisung und das Schleppen von Flugzeugen errichtet und in Betrieb genommen.

Zur Schaffung von Wohnraum für Mitarbeiter wurden im Geschäftsjahr 2018 erste Vertragsabschlüsse getätigt. In München-Bogenhausen hat der Flughafen München ein neu errichtetes Wohnheim angemietet. Die hier entstandenen möblierten Appartements werden befristet an neue Bewerber und Mitarbeiter untervermietet. In Attaching wurden im Eigentum des Flughafens befindliche Wohnhäuser renoviert. Sie stehen nun ebenfalls zur befristeten Vermietung an Mitarbeiter zur Verfügung. Weitere Gemeinschaftsprojekte mit externen Partnern sind in Verhandlung.

Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

  • Ergebnis nach Steuern leicht gesunken
  • Vermögen – der Flughafen München baut Liquiditätsreserven auf

Ertragslage

Im Geschäftsjahr 2018 ist das Ergebnis nach Steuern (EAT) des Flughafens München um TEUR 10.067 auf TEUR 148.733 gesunken. Nachfolgend werden die Ursachen für diesen Rückgang im Einzelnen erläutert.

Ertragslage

      Zu-/Abnahme
TEUR 2018 2017 Absolut Relativ in %
Umsatzerlöse 1.508.817 1.468.735 40.082 2,7
Sonstige Erträge 44.894 44.057 837 1,9
Gesamtleistung 1.553.711 1.512.792 40.919 2,7
Materialaufwand -393.602 -398.988 5.386 -1,3
Personalaufwand -507.713 -482.081 -25.632 5,3
Sonstige Aufwendungen -114.318 -111.736 -2.582 2,3
EBITDA 538.078 519.987 18.091 3,5
Abschreibungen -215.862 -217.617 1.755 -0,8
EBIT 322.216 302.370 19.846 6,6
Finanzergebnis1) -100.897 -73.130 -27.767 38,0
EBT 221.319 229.240 -7.921 -3,5
Ertragsteuern -72.586 -70.440 -2.146 3,0
EAT 148.733 158.800 -10.067 -6,3
1) Hierin ist auch das Ergebnis aus at equity bewerteten Unternehmen enthalten.

Im Geschäftsjahr 2018 stiegen die Umsatzerlöse des Flughafens München um TEUR 40.082 beziehungsweise 2,7 % auf TEUR 1.508.817.

Bei den Umsatzerlösen aus Flughafenentgelten (TEUR 626.726; Vorjahr: TEUR 589.510) leisteten die Passagier- und Landeentgelte den größten Beitrag zum Umsatzwachstum.

Im Vergleich zum Wachstum des MTOM (Maximum Take-Off Mass) und der Passagierzahlen stiegen die Umsätze aus Lande- und Passagierentgelten preisbedingt überproportional.

Umsatz- und Mengenwachstum bei Passagier- und Landentgelten

In %

Grafik: Umsatz- und Mengenwachstum bei Passagier- und Landentgelten

Der Rückgang der Umsatzerlöse aus Abfertigungsdiensten von insgesamt TEUR 13.822 (-7,3 %) resultierte vor allem im Bereich der Dienstleistungen für Bodenabfertigung aus der Insolvenz von Air Berlin und Niki.

Die Umsatzerlöse in den anderen Bereichen verteilten sich im Geschäftsjahr 2018 wie folgt:

Umsatzaufteilung andere Bereiche

In TEUR

Grafik: Umsatzaufteilung andere Bereiche

Nach 25 Jahren Betriebszeit nimmt der Sanierungsbedarf der Bauten aus der ersten Ausbaustufe des Flughafens München zu. Dementsprechend steigen die Aufwendungen für Sanierungs-, Optimierungs- und Umbaumaßnahmen stetig an. Dagegen reduzierten sich die Aufwendungen für bezogene Leistungen im Zusammenhang mit der Beauftragung von Subunternehmen im Bereich der Dienstleistungen für Bodenabfertigung am Standort Berlin-Tegel. Insgesamt reduzierte sich der Materialaufwand um TEUR 5.386 beziehungsweise 1,3 %.

Der Personalaufwand des Flughafens München wird wesentlich durch die Anzahl der Mitarbeiter und die Höhe der Vergütung der gemäß Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes (TVöD) beschäftigten Mitarbeiter bestimmt. Das tarifliche Entgelt im TVöD wurde zum 1. März 2018 um 3,19 % erhöht. Zudem hat der Konzern im Geschäftsjahr erneut zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter hat sich gegenüber dem Vorjahr von 9.316 auf 9.521 erhöht. Insgesamt stieg der Personalaufwand um 5,3 % auf TEUR 507.713.

Die sonstigen Aufwendungen lagen mit TEUR 114.318 leicht über dem Vorjahr. Dies ist vor allem auf höhere Projektkosten sowie sonstige Steuern zurückzuführen. Im Gegenzug reduzierten sich unter anderem die Miet- und Leasingaufwendungen.

In den Abschreibungen (TEUR 215.862) sind im Geschäftsjahr 2018 außerplanmäßige Abschreibungen von TEUR 16.408 enthalten, die im Wesentlichen auf getätigte Planungsleistungen und Bauzeitzinsen (TEUR 12.849), die durch die Verzögerung des Baus der dritten Start- und Landebahn, zuletzt durch die Verschiebung der Entscheidung im Rahmen des Moratoriums, voraussichtlich neu zu erbringen sind. Insgesamt reduzierten sich die planmäßigen Abschreibungen um TEUR 18.163 beziehungsweise 8,3 %. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr unterjährig einzelne Komponenten von Gebäuden aus den Abschreibungen entfallen sind. Im Geschäftsjahr 2018 wirkte sich dieser Effekt erstmals ganzjährig aus.

Das Finanzergebnis verschlechterte sich um TEUR 27.767 auf TEUR -100.897. Ursächlich hierfür waren die zahlungsunwirksamen Neubewertungsverluste aus der Bewertung der Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften im sonstigen Finanzergebnis. Das Zinsergebnis lag mit TEUR -84.257 leicht über Vorjahresniveau, bedingt durch den erfassten Zinsaufwand aus Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften. Die tatsächlich gezahlten Zinsen konnten dagegen durch Tilgungen weiter reduziert werden.

Der Steueraufwand lag mit TEUR 72.586 per Saldo auf Vorjahresniveau. Darin enthalten sind tatsächliche Steuern in Höhe von TEUR 83.645 (Vorjahr: TEUR 76.887) sowie latente Steuererträge von TEUR 11.059 (Vorjahr: TEUR 6.447).

Vermögens- und Finanzlage 

Vermögenslage

      Zu-/Abnahme
TEUR 31.12.2018 31.12.2017 Absolut Relativ in %
Langfristige Aktiva 4.993.485 4.999.768 -6.283 -0,1
Kurzfristige Aktiva1) 357.327 306.516 50.811 16,6
davon Finanzmittelfonds 12.377 6.625 5.752 86,8
Aktiva 5.350.812 5.306.284 44.528 0,8
Eigenkapital 2.212.531 2.086.254 126.277 6,1
Übrige langfristige Passiva2) 2.220.855 2.292.898 -72.043 -3,1
Übrige kurzfristige Passiva2) 917.426 927.132 -9.706 -1,0
Passiva 5.350.812 5.306.284 44.528 0,8
1) Einschließlich Vermögenswerte mit Veräußerungsabsicht
2) Einschließlich Finanzschulden aus Personengesellschaften

Im Geschäftsjahr 2018 hat der Flughafen München Barmittel mit einem Gesamtbetrag von TEUR 210.000 (Vorjahr: TEUR 158.000) in kurzfristigen Geldmarktgeschäften und Termingeldern angelegt. Aufgrund dessen sind die kurzfristigen Aktiva um TEUR 50.811 auf TEUR 357.327 angestiegen. Darüber hinaus wurde im Vorjahr erstmals ein Commercial-Paper-Programm (ohne Handel an der Wertpapierbörse) in Höhe von TEUR 100.000 aufgelegt, das für kurzfristige Finanzierungen zur Verfügung steht. Der Flughafen München hat mehrere Tranchen im Rahmen dieses Programms im Geschäftsjahr 2018 emittiert, die zum Bilanzstichtag wieder vollständig getilgt waren.

Der Konzernjahresüberschuss des Vorjahres (TEUR 158.800) wurde durch die Ausschüttung an die Gesellschafter in Höhe von TEUR 30.000 gemindert. Der verbleibende Betrag wurde im Geschäftsjahr 2018 thesauriert.

Die Veränderungen der übrigen Passiva sind im Wesentlichen dem Finanzierungsbereich zuzuordnen. Der Rückgang ist hauptsächlich auf Tilgungen von Darlehen in Höhe von TEUR 125.713 zurückzuführen. Im Gegenzug erhöhten sich die Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften um TEUR 30.683.

Die Eigenkapitalquote hat sich vor allem aufgrund des Ergebnisses des Geschäftsjahres erhöht.

Kapitalstruktur

      Zu-/Abnahme
TEUR 31.12.2018 31.12.2017 Absolut Relativ in %
Gezeichnetes Kapital 306.776 306.776 0 0,0
Rücklagen 151.353 150.767 586 0,4
Übriges Eigenkapital 1.754.388 1.628.698 125.690 7,7
davon Jahresüberschuss 148.733 158.800 -10.067 -6,3
Anteile nicht beherrschender Gesellschafter 14 13 1 7,7
davon Jahresüberschuss 1 0 1 100,0
Eigenkapital 2.212.531 2.086.254 126.277 6,1
         
Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften 346.058 315.375 30.683 9,7
         
Gesellschafterdarlehen 491.913 491.913 0 0,0
         
Darlehen mit fester Zinsbindung 682.314 687.535 -5.221 -0,8
Darlehen mit variabler Zinsbindung 730.286 829.527 -99.241 -12,0
Darlehen 1.412.600 1.517.062 -104.462 -6,9
         
Derivate 40.207 51.255 -11.048 -21,6
         
Sonstige Schulden 847.503 844.425 3.078 0,4
         
Fremdkapital 3.138.281 3.220.030 -81.749 -2,5
         
Eigenkapitalquote 41 % 39 %    

Die wesentlichen Ausstattungsmerkmale der kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten des Flughafens München können der nachfolgenden Übersicht entnommen werden:

Konditionen langfristiger Darlehen

        Zinssatz in %
Finanzierungsart Währung Zinsbindung Restschuld in TEUR von bis
Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften EUR ergebnisabhängig 346.058
Gesellschafterdarlehen EUR variabel/ergebnisabhängig 491.913 Basiszins zzgl. Marge
Darlehen EUR variabel 734.404 3M- und 6M- EURIBOR zzgl. Marge
Darlehen EUR fest 685.241 0,48 3,49
(Stand 31.12.2018)

Die Gesellschafterdarlehen stehen unbefristet zur Verfügung und werden anhand des Basiszinssatzes zuzüglich einer Marge verzinst, sofern das Jahresergebnis und die voraussichtliche wirtschaftliche Entwicklung dies zulassen.

Die Darlehen sind mit üblichen nicht-finanziellen Covenants, unter anderem Negativverpflichtungen und Gleichrangigkeitserklärungen, ausgestattet. Darüber hinaus bestehen weitere allgemein übliche Vereinbarungen zur Rückzahlung bei Veränderungen in der Gesellschafterstruktur. Finanzielle Covenants wurden nicht vereinbart.

Risiken aus Zins- und Wechselkursschwankungen begegnet der Flughafen München durch Absicherung mittels Zinspayerswaps und Devisentermingeschäften. Die Zinssicherungen werden als Bewertungseinheit bilanziert. 

Konditionen der Sicherungsgeschäfte

      Fixzins in % Terminkurs in EUR/USD  
Sicherungsgeschäfte Nominal Währung von bis von bis Grundgeschäfte
Zinspayerswaps 644.000 TEUR 0,28 2,92 - - Konsortialkredite
Devisentermingeschäfte 1) 1.391 TEUR - - 1,17 1,21 erwartete Transaktionen
1) Diese Sicherungsbeziehungen werden nicht bilanziert.

Liquidität

Aus dem Zahlungsmittelfluss aus der betrieblichen Tätigkeit standen im Geschäftsjahr 2018 ausreichend Finanzmittel zur Verfügung, um die Liquidität der Gesellschaft im operativen Geschäftsbetrieb sicherzustellen. Zahlungsmittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit ergaben sich vor allem aus dem Erwerb und der Herstellung von Sachanlagen sowie kurzfristigen Termingeldanlagen. Aufgrund von Ausschüttungen an die Gesellschafter, Darlehenstilgungen und Zinszahlungen ergab sich ein negativer Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit.

Kapitalflussrechnung

Grafik: Kapitalflussrechnung

Investitionen

Im Geschäftsjahr 2018 lagen die Investitionen in selbstgenutzte Sachanlagen am Flughafen München insgesamt bei TEUR 191.146. Dem standen Abschreibungen in Höhe von TEUR 190.101 gegenüber.

Im Geschäftsjahr 2018 eröffnete der Flughafen München die Parkpalette P51. Das fünfgeschossige Parkhaus am Besucherpark verfügt über eine Gesamtkapazität von 2.000 Stellplätzen und wurde im Einklang mit der Klimastrategie des Flughafens München in ressourcenschonender Systembauweise errichtet. Insgesamt hat der Flughafen München in den Neubau TEUR 14.095 investiert. Im Geschäftsjahr 2018 sind dafür TEUR 12.547 dem Sachanlagevermögen zugegangen.

Daneben wurde eine Vielzahl laufender Investitionsmaßnahmen im Geschäftsjahr 2018 aufgenommen und fortgeführt. Hierzu zählten unter anderem Investitionen im Zusammenhang mit der Erschließung der AirSite West, der Erweiterung und der Modernisierung des Terminals 1, dem Ausbau des Bahntunnels für den Erdinger Ringschluss sowie zahlreiche Ersatzbeschaffungen im Bereich IT und Technik.

Zielerreichung und Gesamtaussage

Im Vergleich zum Vorjahr und zur prognostizierten Entwicklung haben sich diese Leistungsindikatoren wie folgt entwickelt:

Prognose-Ist-Vergleich

  2017 2018 2018  
  Ist Prognose Ist  
      von bis    
      % %    
EBT in TEUR 229.240 Rückgang -4,0 -10,0 221.319 übertroffen
CO2-Einsparungen in Tonnen 14.367 Anstieg 22,1 27,1 22.031 übertroffen
Passagiererlebnisindex 78,53 Anstieg 0,0 0,5 79,16 übertroffen

Ergebnis vor Steuern (EBT)

Mit TEUR 7.921 ist das EBT des Flughafens München im Geschäftsjahr 2018 um 3,5 % auf TEUR 221.319 und damit etwas weniger zurückgegangen als angenommen. Das erwartete Ergebnis wurde damit übertroffen.

CO2-Einsparungen

Zur Erreichung der langfristigen Klimaschutzziele werden jährlich verbindliche Zielvorgaben für Bereiche und Töchter des Konzerns vereinbart. Sie beinhalten Vorgaben zur Umsetzung und Anrechnung von Effizienzmaßnahmen sowie Sonderziele zum Aufbau CO2-mindernder Techniken. Ein Beispiel hierfür ist die erste durch den Flughafen München betriebene Fotovoltaikanlage auf dem Parkhaus P51 mit einer Leistung von mehr als 749 kWPeak. Mit einer Summe von insgesamt 22.031 Tonnen eingesparten CO2-Emissionen aus Effizienz- und Sonderzielen konnte das Ziel für das Jahr 2018 übererfüllt werden.

Passagiererlebnisindex (PEI)

Im Geschäftsjahr 2018 konnte der Flughafen München gegenüber 2017 gemessen am PEI die Zufriedenheit der in München aussteigenden Passagiere um 0,8 % steigern. Dieser Anstieg resultierte zum einen aus der Verlagerung von Verkehrsanteilen vom Terminal 1 in das Terminal 2, in dem das Passagierzufriedenheitsniveau erfahrungsgemäß höher ist. Zum anderen verbesserte sich die Zufriedenheit durch die Umsetzung von Optimierungsmaßnahmen wie beispielsweise der Installation einer automatisierten Bordkartenkontrolle und eines passagierfreundlichen Lining-Systems vor der zentralen Sicherheitskontrolle im Terminal 2 und der dortigen Erweiterung der Sicherheitskontrollspuren. Im Terminal 1 wurde die Halle C-West inklusive einer vollwertigen Sonderkontrollstelle für US-Abflüge erneuert. Dies entlastete die Sicherheitskontrollen an den Zugängen zu den Bereichen B und C. Weiter wirkten sich Maßnahmen wie die Installation eines Lining-Systems vor der Einreisepasskontrolle im Modul C des Terminals 1 und die Fertigstellung der Toilettenkernsanierungen in beiden Terminals positiv auf die Kundenzufriedenheit aus. Zudem wurden im Jahr 2018 campusweit vermehrt Serviceschulungen durchgeführt, um das Kundenerlebnis zu verbessern.

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