FinanzberichtAusblick, Risiken- und Chancenbericht

Ausblick

Wirtschaftliche und branchenspezifische Rahmenbedingungen

Im Jahr 2019 wird das Weltwirtschaftswachstum voraussichtlich an Tempo verlieren. Nach dem aktuellen Forecast des IWF wird von einer Zunahme des globalen BIP um 3,5 % 17) ausgegangen, dass damit leicht unter dem Niveau der aktuellen Berechnungen für das Jahr 2018 liegt.

In den führenden Industrienationen wird die Wirtschaft insgesamt in einem etwas schwächeren Umfang wachsen als im Jahr 2018. In den USA ist weiter mit einem schwungvollen Wachstum zu rechnen, was unter anderem durch die im Jahr 2018 in Kraft getretene Senkung der effektiven Unternehmenssteuerlast angeregt wird. 18) In Japan dagegen wird sich der Aufschwung wohl nur in verlangsamtem Tempo fortsetzen, was unter anderem an den bereits stark ausgelasteten gesamtwirtschaftlichen Produktionskapazitäten liegt. 19) Die chinesische Volkswirtschaft wird weiterhin mit einer kräftigen, wenn auch leicht abnehmenden Wachstumsrate expandieren, was durch eine expansiv ausgerichtete Fiskalpolitik der Regierung gestützt wird. Die wirtschaftliche Entwicklung in Großbritannien wird immer noch durch den geplanten Austritt aus der Europäischen Union (sogenannter Brexit) gebremst, der ein erhebliches Risiko für die britische Wirtschaft darstellt. Sollte es im Jahr 2019 zu einem ungeordneten Brexit kommen, würde die Wachstumsrate noch deutlich niedriger ausfallen als die aktuell prognostizierten 1,5 %. Nachdem sich die Rohstoffpreise in den Jahren 2017 und 2018 stabilisiert haben, dürfte in den Entwicklungs- und Schwellenländern der Anstieg der Wirtschaftsleistung mit 4,5 % ähnlich positiv ausfallen wie im Jahr 2018. Für die darin enthaltenen Krisenländer der vergangenen Jahre, Brasilien und Russland, wird nach der Erholung in den beiden Vorjahren für das Jahr 2019 von einem weiterhin soliden Wirtschaftswachstum ausgegangen. 18)

Im Jahr 2018 lag der Ölpreis in einem Intervall zwischen 52 und 86 US-Dollar. Für 2019 wird gegenüber 2018 eine Stagnation prognostiziert. Der Ölpreis dürfte bei einem Jahresdurchschnitt von knapp 60 US-Dollar je Barrel verharren. 17)

Prognose Wirtschaftswachstum ausgewählter Zielländer weltweit

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Grafik: Prognose Wirtschaftswachstum ausgewählter Zielländer weltweit

Wachstum BIP 2018 und 2019 21)

Der langjährige Aufschwung in der Eurozone wird sich im Jahr 2019 voraussichtlich fortsetzen. Mit 1,6 % wird aber ein niedrigeres Wirtschaftswachstum erwartet. Auf dem Arbeitsmarkt ist mit einer weiterhin positiven Entwicklung zu rechnen. Der starke private Konsum wird daher die tragende Säule des Aufschwungs sein. Der Wachstumsbeitrag von Investitionen und Exporten dürfte dagegen sinken. Die wirtschaftliche Entwicklung der Eurozone ist wegen der Gefahr eines ungeordneten Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union mit nicht unerheblichen Risiken behaftet. Die Wiedereinführung von Grenzkontrollen und Zöllen hätte aufgrund der Beeinträchtigungen von internationalen Produktions- und Lieferketten erhebliche negative Auswirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung in Großbritannien und der Eurozone. Die aktuellen Wachstumsprognosen gehen aber von einem geordneten Austritt Großbritanniens aus. 18)

Die deutsche Wirtschaft bleibt auch im Jahr 2019 auf Wachstumspfad. Die konjunkturelle Entwicklung in der Bundesrepublik dürfte sich aber weiter abkühlen. Die Zunahme der Wirtschaftsleistung wird für das Jahr 2019 mit 1,3 % prognostiziert. Die Frühindikatoren für die Wirtschaftsentwicklung in der Bundesrepublik sind merklich niedriger als noch vor einem Jahr. So liegen der ifo-Geschäftsklimaindex bei 101,0 Punkten und die ZEW-Konjunkturerwartung bei minus 17,5 Punkten. 20)

Prognose Wirtschaftswachstum ausgewählter Zielländer europaweit

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Grafik: Wirtschaftswachstum ausgewählter Zielländer europaweit

Wachstum BIP 2018 und 2019 21)

Der Aufschwung steht in der Bundesrepublik auf einer breiteren Basis als noch zu Beginn des Jahres 2018. Der private Konsum (2019: 1,2 %) wird wie in den Vorjahren wesentlich zum Wachstum beitragen. Darauf deutet auch der auf solidem Niveau liegende Konsumklimaindex des Marktforschungsinstituts GfK hin. Er liegt aktuell bei 10,4 Punkten. 22) Das Wachstum der Bauinvestitionen wird sich im Jahr 2019 ebenfalls dynamisch fortsetzen (2019: 3,1 %). Die Ausrüstungsinvestitionen (2019: 2,2 %) und die Exporte (2019: 3,0 %) dürften sich allerdings verhaltener entwickeln. 18)

Die demografischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Bayern und vor allem im Flughafeneinzugsgebiet lassen eine weitere starke Zunahme der Verkehrsnachfrage am Flughafen München erwarten. Nach den Ergebnissen der regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung des Bayerischen Landesamts für Statistik wird die Einwohnerzahl Bayerns bis zum Jahr 2037 wachsen, vor allem in der Region München, wo sie sogar stark bis sehr stark zunehmen wird. Die Bevölkerung Oberbayerns wird um 9 % zunehmen, im Landkreis München um 12,1 % und in der Stadt München um 11,6 %. 23) Im Prognos Zukunftsatlas führen der Landkreis München und die Landeshauptstadt München gefolgt von der Region Ingolstadt die Regionen mit den besten Zukunftsaussichten an. 24) Getrieben vom wachsenden Wohlstand und von einer zunehmenden Bevölkerung entwickelte sich in den vergangenen beiden Jahren vor allem das Aufkommen aus dem Kerneinzugsgebiet des Flughafens München positiv. Dieser Trend wird sich vermutlich auch in Zukunft fortsetzen. Gestützt werden diese Aussagen durch eine Untersuchung der Zeitschrift »Focus Money«, dabei liegen sämtliche Regionen der Top Ten in Bayern oder Baden-Württemberg. 25)

Der weltweite Luftverkehrsmarkt wird weiter wachsen. Die International Air Transport Association (IATA) geht für das Jahr 2019 von einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate des weltweiten Passagieraufkommens von 6,0 % aus. Die jährliche durchschnittliche Wachstumsrate für Luftfracht beträgt für den gleichen Zeitraum weltweit 3,7 % und liegt damit deutlich unter dem Vorjahresniveau, was den schwächer werdenden Welthandel widerspiegelt. 26)

Im deutschen Luftverkehrsmarkt rechnet die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) ebenfalls mit einem weiteren Wachstum. Die Passagierentwicklung wird für das Jahr 2019 mit einem Anstieg von 2,7 % prognostiziert. Der innerdeutsche Verkehr steuert ein Wachstum von 1,0 % bei. Für den Kontinental- und Interkontinentalverkehr werden Wachstumsraten von 5,1 % beziehungsweise 2,8 % prognostiziert. Die Anzahl der Flugbewegungen dürfte im selben Zeitraum um 1,2 % und das Frachtaufkommen um 2,3 % zulegen. 27)

Prognostizierter Geschäftsverlauf

Die Geschäftsführung des Flughafens München blickt mit positiven Erwartungen auf das Verkehrsaufkommen 2019. So soll die Anzahl der Passagiere um gut 4 % zulegen und damit auf über 48 Millionen ansteigen. Die Flugbewegungen werden um etwa 1 % zunehmen.

Gründe für das Passagierwachstum sind neben der Anmeldung neuer Verbindungen ein anhaltendes Wachstum der Umsteiger sowie eine ansteigende Sitzplatzauslastung. Der überwiegende Teil des Wachstums wird durch die Lufthansa-Gruppe beigesteuert. Im Interkontinentalverkehr sind Frequenzerweiterungen nach Seoul, Singapur und Chicago sowie neue Verbindungen nach Bangkok und Osaka geplant. Außerdem wird für den Hauptkunden Lufthansa von einem Verkehrswachstum und einer Auslastungssteigerung ausgegangen. Daneben wird auch bei anderen Fluggesellschaften mit Passagiersteigerungen gerechnet.

Neben der prognostizierten positiven Verkehrsentwicklung wird die zum 1. Januar 2019 erfolgte Erhöhung der Luftverkehrsentgelte um 2,0 % gemäß Entgeltrahmenvereinbarung zu einem Anstieg der Flughafenentgelte führen.

Im Einzelhandel erwartet der Flughafen München, abgesehen von einem verkehrsbedingten Umsatzwachstum, weitere ergebnisverbessernde Effekte. Um die Margen kontinuierlich zu verbessern, wird das Sortiment verschlankt. Ebenfalls soll durch die Umsetzung neuer Retailkonzepte sowie die Neugestaltung von Verkaufsläden das Umsatzwachstum weiter stimuliert werden.

Nach einer rückläufigen Entwicklung der Umsätze aus Abfertigungsdiensten infolge der Insolvenz von Air Berlin im vergangenen Geschäftsjahr wird für das Jahr 2019 wieder ein Umsatzwachstum prognostiziert.

Die Umsatzerlöse aus Gastronomie und Hotel werden im Jahr 2019 stärker wachsen als das Passagieraufkommen. Dies soll unter anderem durch Umbauten und die Errichtung von neuen gastronomischen Einheiten erreicht werden. Beim Hotel wird mit einer unveränderten Großkundennachfrage und einer insgesamt verbesserten Auslastung gerechnet.

Infolge der geplanten Sanierung zentral gelegener Parkhäuser und dadurch entstehender Kapazitätsengpässe erwartet der Flughafen München, dass die Parkvorgänge nicht analog zur Passagierentwicklung steigen werden. Es wird daher mit Parkumsätzen auf dem Vorjahresniveau gerechnet.

Die Umsätze aus Vermietung und Verpachtung steigen unter anderem bedingt durch die Wiedervermietung von im Geschäftsjahr 2018 zum Teil leerstehenden Flächen, die in der Vergangenheit an Air Berlin vermietet waren.

Auch die übrigen Umsätze entwickeln sich, unter anderem aufgrund steigender Umsätze im internationalen Geschäft, positiv.

Insgesamt erwartet der Flughafen München einen Anstieg der Gesamtleistung von circa 4 %.

Der Trend zu steigenden Materialaufwendungen aufgrund zunehmender Instandhaltungs- und Umbaumaßnahmen wird sich im Geschäftsjahr 2019 weiter fortsetzen. Darüber hinaus rechnet der Konzern mit einem Anstieg der Fremdleistungen im Zusammenhang mit der Expansion des internationalen Geschäfts.

Die Geschäftsführung plant mit einem Anstieg des Personalaufwands infolge von Tarifsteigerungen. Darüber hinaus sollen aufgrund von Zusatzaufträgen und Insourcing bisheriger Fremdleistungen weitere Mitarbeiterkapazitäten aufgebaut werden.

Die sonstigen Aufwendungen werden 2019 unter anderem wegen geringerer Prüfungs-, Beratungs- und Projektleistungen zurückgehen. Ebenfalls sinken werden die Aufwendungen für Miete und Leasing im Zuge der erstmaligen Anwendung von IFRS 16. Gegenläufig werden diverse Einzelmaßnahmen wirken, sodass die sonstigen Aufwendungen insgesamt im Vergleich zum Geschäftsjahr 2018 unverändert bleiben.

Im Gegensatz dazu wird damit gerechnet, dass sich die Abschreibungen 2019 insgesamt vermindern und sich daraus ein ergebnisverbessernder Effekt ergibt. Dies ist dadurch begründet, dass der Sondereffekt aus dem Jahr 2018 aus außerplanmäßigen Abschreibungen nicht mehr zu Buche schlägt. Diese wird teilweise kompensiert durch höhere Abschreibungen auf Grund der Erstanwendung von IFRS 16.

Beim Finanzergebnis wird per Saldo eine Verbesserung erwartet. Zum einen werden sich die Zinsaufwendungen für Darlehen aufgrund von Tilgungen reduzieren. Zum anderen geht der Flughafen München davon aus, dass sich das sonstige Finanzergebnis (Gewinne/Verluste aus Finanzinstrumenten) verbessert. Auch die Zinsaufwendungen aus der Bewertung der Finanzschulden aus Anteilen an Personengesellschaften werden sich deutlich reduzieren. Im Gegensatz dazu geht man in der Planung von einer Verschlechterung vor allem aufgrund höherer Zinsen für Gesellschafterdarlehen aus. Der Flughafen München rechnet mit einem Anstieg des zugrundeliegenden Basiszinssatzes infolge allgemein steigender Marktzinsen.

Insgesamt rechnet der Flughafen München mit einem Anstieg des EBT zwischen 11 % und 17 %.

Prognostizierte finanzielle und nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

  2018   2019  
  Ist   Prognose  
      von bis
      % %
EBT in TEUR 221.319 Anstieg 11,0 17,0
CO2-Einsparungen in Tonnen 22.031 Rückgang -17,8 -12,8
Passagiererlebnisindex Gesamtzufriedenheit 1) 82,01 unverändert 0,0 0,0
1) Der 2018er Wert wurde angepasst, da ab 2019 die Gesamtzufriedenheit aus dem Passagiererlebnisindex als Zielwert herangezogen wird.

Die am Flughafen München installierten PCA-Anlagen werden sukzessive in den Normalbetrieb übernommen. Deren Nutzungsrate verbleibt auf hohem Niveau. Ein leichter Rückgang der Zielwerte 2019 gegenüber den 2018 erreichten Einsparungen resultiert aus der deutlichen Übererfüllung der Zielwerte im Jahr 2018. Für das Jahr 2019 werden zusätzliche Einsparungen aus Effizienzmaßnahmen von über 2.900 Tonnen CO2 angestrebt. Die geplanten Maßnahmen sollen vor allem den Energiebedarf bei Beleuchtung und Raumlufttechnik verringern.

Der Flughafen München wird im Jahr 2019 das Passenger Experience Management stärken und ausbauen und dadurch die kontinuierlichen Verbesserungsmaßnahmen in puncto Passagierzufriedenheit weiter intensivieren. So ist beispielsweise geplant, weitere Easy-Pass-Anlagen zur Optimierung der Passagierprozesse in Betrieb zu nehmen sowie das Gastronomieangebot zu erweitern und zu verbessern. Darüber hinaus steht auf der Agenda, mit dem Flughafenmanagement ein ganzheitliches Passenger-Experience–Management-Konzept zu erarbeiten, um das hohe Zufriedenheitsniveau auch langfristig absichern zu können. Für 2019 wird für die Zielwert-Bemessungsgrundlage ein gegenüber 2018 abweichender Indikator (»Gesamtzufriedenheit«) herangezogen. Dadurch soll das Messinstrument für die Kundenzufriedenheit, der Passagiererlebnisindex, gemäß den Bedürfnissen der Organisation und als Reaktion auf geänderte Kundenbedürfnisse flexibel weiterentwickelt werden.

Hinsichtlich der Vermögens- und Finanzlage erwartet der Flughafen München trotz der geplanten hohen Mittelabflüsse für Investitionen in Großprojekte zum Ausbau des Flughafens einen positiven Free Cashflow für 2019 – wenn auch in der absoluten Höhe gegenüber 2018 abnehmend. Beispiele für geplante Großprojekte sind der Neubau eines S-Bahn-Tunnels für den Erdinger Ringschluss, die Erweiterung des Terminals 1 sowie die Schaffung zusätzlicher Abstellpositionen auf dem östlichen Vorfeld.

Auf der Aktivseite der Konzernbilanz werden die geplanten Investitionen die laufenden Abschreibungen übersteigen und zu einem Anstieg der langfristigen Vermögenswerte führen. Als Folge der geplanten Investitionstätigkeit werden die kurzfristigen Geldanlagen zurückgehen. Durch die für 2019 unterstellte weitgehende Thesaurierung des Ergebnisses steigt auf der Passivseite das Eigenkapital. Die Schulden sollen durch weitere Tilgungsleistungen bei den Darlehen reduziert werden.

17) Internationaler Währungsfonds, World Economic Outlook, Januar 2019
18) Ifo-Institut, Konjunkturprognose, Dezember 2018
19) Sachverständigenrat der Bundesregierung, Herbstgutachten 2018, November 2018
20) Website Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Dezember 2018
21) IWF, World Economic Outlook, Januar 2019
22) Growth from Knowledge (GfK), Pressemitteilung, November 2018
23) Bayerisches Landesamt für Statistik, Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für Bayern bis 2037, Dezember 2018
24) prognos, Prognos Zukunftsatlas 2016, Mai 2016
25) Focus, Großes Landkreis-Ranking 2018, Januar 2019
26) IATA, Pressemitteilung, Dezember 2018
27) ADV, ADV-Aktuell: Verkehrsprognose der ADV für das Jahr 2019

Risiken- und Chancenbericht

Risikomanagementsystem

Die Geschäftsführung der FMG und aller Tochter- und Beteiligungsgesellschaften ist für die Früherkennung und Abwendung von Risiken, die den Fortbestand des Verkehrsflughafens und der Beteiligungen gefährden, verantwortlich. Die Konzernleitung trägt die Gesamtverantwortung für ein effektives Risikomanagementsystem und legt mit der Kommunikation und Definition der Unternehmensstrategie und -ziele die wesentliche Grundlage dafür fest. Sie formuliert Vorgaben für den Prozess und die organisatorische Ausgestaltung des Risikomanagements.

Mit dem Risikomanagementsystem sollen Ereignisse und Entwicklungen, die sich negativ auf die strategische und operative Zielerreichung auswirken können, rechtzeitig erkannt und geeignete Gegensteuerungsmaßnahmen entwickelt werden. Es berücksichtigt alle Dimensionen der unternehmerischen Tätigkeit – sowohl ökonomische als auch ökologische und gesellschaftliche.

Die allgemeinen Grundsätze des Risikomanagements im Konzern sowie die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der im Risikomanagement beteiligten Funktionsträger regelt die Risikomanagementrichtlinie. Diese ist auf das international anerkannte Rahmenmodell »COSO ERM« (Committee of Sponsoring Organisations of the Treadway Commission – Enterprise Risk Management) ausgerichtet.

Als zusätzliche unterstützende Steuerungs-, Kontroll- und Überwachungsinstanz innerhalb des Risikomanagementsystems dient der Risikomanagementausschuss. Als ranghöchstes Organ des Risikomanagements ist es direkt der Geschäftsführung untergeordnet und besteht aus dem Geschäftsführer Finanzen und Infrastruktur, den Leitern der Geschäftsbereiche Aviation, Commercial Activities und Real Estate, den Leitern der Konzernbereiche Recht, Gremien, Compliance und Umwelt, Konzernentwicklung, Konzerncontrolling und Beteiligungsmanagement, Konzernsicherheit und Unternehmenskommunikation, dem Leiter des Servicebereichs IT sowie dem Risikomanager. Die Leitung Compliance ist im Risikomanagementausschuss als Gast beteiligt. Aufgabe des Risikomanagementausschusses ist es, die Risiken aus Konzernperspektive zu analysieren und die Wirksamkeit von Gegenmaßnahmen zu überwachen. Er unterstützt bei der Entwicklung des Risikomanagementsystems sowie bei der Risikoidentifikation, -beurteilung und -steuerung. Der Risikomanagementausschuss tagt vierteljährlich und beschließt den Risikobericht, der anschließend der Geschäftsführung und den Gesellschaftern vorgelegt wird.

Der Risikomanagementprozess umfasst die nachfolgenden Schritte. Zur Unterstützung dieses Prozesses ist systemseitig eine Koordinations- und Kommunikationsplattform eingerichtet.

Identifikation und Kommunikation von Risiken

Alle Bereichsleiter und Geschäftsführer der Tochter- und Beteiligungsunternehmen sind für die Identifikation und Bewertung von Risiken verantwortlich. In den jeweiligen Bereichen erfolgt die Koordination, Verwaltung, Dokumentation und Weitergabe aller risikorelevanten Informationen durch den jeweiligen Risikobetreuer. Der Risikomanager prüft die Risikomeldungen der Bereiche auf Plausibilität und Einhaltung der konzernweiten Standards zur Risikobewertung. Er fasst die Einzelmeldungen der Bereiche in einem Risikobericht, unter Berücksichtigung der Wesentlichkeit für den Konzern, zusammen und berichtet vierteljährlich an die Geschäftsführung und Gesellschafter. Zudem besteht für erstmals identifizierte, existenzgefährdende Risiken eine Ad-hoc-Berichtspflicht an die Geschäftsführung.

Als Grundlage für einen bewussten Umgang mit Risiken ist jeder einzelne Mitarbeiter in das unternehmensweite Risikomanagement involviert. Jeder Mitarbeiter trägt die Verantwortung, Gefahren in seinem Bereich zu beseitigen und Hinweise auf bestehende Risiken unverzüglich an seinen Vorgesetzten zu melden.

Bewertung von Risiken

Die systematische Risikobewertung ermöglicht es, festzustellen, in welchem Umfang die einzelnen Risiken die Erfüllung der Unternehmensziele und -strategien des Flughafens München gefährden und welche Risiken sich möglicherweise bestandsgefährdend auswirken können. Dazu werden die Faktoren Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit/-häufigkeit in einer zweidimensionalen Risikomatrix dargestellt. Die Schadenshöhe beschreibt, mit welchem Ergebniseffekt bei Eintritt des Schadensereignisses zu rechnen ist. Die Eintrittswahrscheinlichkeit gibt an, wie sicher das Schadensereignis erwartungsgemäß eintreten wird. Bei im Zeitverlauf wiederkehrenden Ereignissen wird mit der Eintrittshäufigkeit gearbeitet. Zunächst erfolgt die Bewertung ohne Berücksichtigung von Maßnahmen zur Risikobegrenzung (Brutto-Risiken, siehe Abschnitt "Risiken"). Anschließend werden die Risiken nach Einleitung beziehungsweise Umsetzung von risikomindernden Maßnahmen bewertet (Netto-Risiken, siehe Abschnitt "Risiken").

Risikohandhabung

Ausgehend von der Risikoanalyse werden im Einklang mit der Unternehmensstrategie und ökonomischen Aspekten geeignete Gegenmaßnahmen zur Risikohandhabung festgelegt. Zu den Strategien der Risikobewältigung zählen: kontrollieren, versichern, minimieren, eliminieren und abwälzen. Die Risikoverantwortlichen haben die Aufgabe, Gegenmaßnahmen zur Bewältigung von Risiken in dem jeweils betroffenen Bereich festzulegen und umzusetzen.

Risikoüberwachung

Der Risikomanager überwacht kontinuierlich die Effektivität des Risikomanagements. Zudem erfolgt eine separate Überwachung durch die interne Revision.

Compliance-Management-System

Compliance beinhaltet die Einhaltung aller für den Flughafen München relevanten Gesetze, Vorschriften und Vorgaben, nationaler und internationaler Normen und Standards sowie unternehmensinterner Regelungen und Richtlinien. Der Flughafen München hat dazu ein konzernweites Compliance-Management-System eingerichtet, das die Gesamtheit aller organisatorischen Vorkehrungen, mit denen die Einhaltung der genannten Regeln gewährleistet werden kann, umfasst.

Die Konzerneinheit Compliance berichtet regelmäßig an die Geschäftsführung und jährlich an den Aufsichtsrat über den aktuellen Stand des Compliance-Management-Systems.

Darüber hinaus werden Compliance-Risiken bei Überschreiten der internen Schwellenwerte im Rahmen der Risikoberichterstattung an die Geschäftsführung und die Gesellschafter kommuniziert. Es findet ein regelmäßiger Austausch zwischen Risikomanagement und Compliance statt.

Compliance-Risiken erkennen und minimieren

Die Konzerneinheit Compliance erstellt jährlich gemeinsam mit den Bereichen die Compliance-Risikoanalyse und führt sie mit den Compliance-Risikoanalysen der Tochtergesellschaften zusammen.

Die Bewertung der Compliance-Risiken erfolgt analog zum Risikomanagement. Nach Abschluss der Compliance-Risikoanalyse wird die Geschäftsführung in einem Bericht über die Ergebnisse informiert. Die Compliance-Risikoanalyse wurde 2018 durch einen externen Berater validiert.

Im Jahresbericht Compliance an den Aufsichtsrat der FMG wird ebenfalls über die Ergebnisse der Compliance-Risikoanalyse informiert. Liegen für ein Risiko trotz aller ergriffenen Gegenmaßnahmen ein hohes Schadenspotenzial und gleichzeitig eine hohe Eintrittswahrscheinlichkeit vor, wird dies näher im Bericht beleuchtet.

Für das Jahr 2018 bleiben nach Berücksichtigung der getroffenen Gegenmaßnahmen keine erheblichen Compliance-Risiken bestehen.

Korruptionsprävention

Die Compliance-Grundsätze und die Geschenke-/Einladungsrichtlinie unterstützen Führungskräfte und Beschäftigte bei einem gesetzeskonformen und ethischen Verhalten am Arbeitsplatz. Sie sind im Intranet veröffentlicht und somit allen Beschäftigten zugänglich. Darüber hinaus verweisen die Grundsätze auf die Beachtung weiterer Richtlinien, die beispielsweise die Einhaltung des öffentlichen Vergaberechts bei Beschaffungs- und Vergabevorgängen, die Datenschutzorganisation oder die Informationssicherheit sicherstellen. Dadurch werden Prozessabläufe intern und extern transparent und nachvollziehbar. Bei Vergaben und Ausschreibungsverfahren fordert der Flughafen München von Bietern eine Verpflichtungserklärung, alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um Korruption zu vermeiden. Bei Verstößen sind Sanktionen vorgesehen, zum Beispiel der Ausschluss von der Auftragsvergabe.

Die Position des Antikorruptionsbeauftragten wird durch die Leitung der Konzerneinheit Compliance wahrgenommen. Für das Jahr 2018 sind keine bestätigten Korruptionsfälle im Konzern bekannt.

Kommunikation und Schulung

Eine Kernaufgabe der Konzerneinheit Compliance ist die Schulung und Beratung der Beschäftigten und der Führungskräfte in Compliance-Fragen, um so Compliance-Verstöße bereits präventiv zu verhindern.

Alle Mitarbeiter und Führungskräfte werden regelmäßig mit den Compliance-Dokumenten sowie mit ihren Aktualisierungen und Neuerungen vertraut gemacht. Sie müssen deren Kenntnisnahme jährlich persönlich gegenzeichnen.

Im Jahr 2018 nahmen im Rahmen des Leadership-Excellence-Programms 45 Führungskräfte des Flughafen München Konzerns am dreistündigen Impulsmodul Compliance teil. Dieses beinhaltet neben den rechtlichen Grundlagen und der Verantwortung der Führungskräfte auch die spezifischen Vorgaben des Flughafen München Konzerns zum Thema Compliance und Korruptionsprävention. Seit Start des Moduls Ende des Jahres 2013 wurden insgesamt 524 Personen geschult. Die Teilnahme an Compliance-Schulungen wird dokumentiert.

Geschäftsführung und Aufsichtsrat befassen sich in regelmäßigen Abständen mit dem Thema Compliance.

Elektronisches Hinweisgebersystem

Über ein elektronisches Hinweisgebersystem, das Business Keeper Monitoring System (BKMS®), können Mitarbeiter des Flughafens München, Geschäftspartner und auch Kunden Hinweise auf unternehmensschädigendes Verhalten geben. Daneben steht die Konzerneinheit Compliance internen und externen Personen auch über weitere Kommunikationswege (Telefon, E-Mail, persönliches Gespräch) als Ansprechpartner bei Hinweisen auf Compliance-Verstöße und zur Beratung zur Verfügung. In den Ausschreibungsunterlagen werden die Interessenten über die Möglichkeit zur Nutzung des BKMS® bei Verdacht auf einen Compliance-Verstoß informiert.

Datenschutz

Der Flughafen München hat umfassende Maßnahmen zur Einhaltung der seit 25. Mai 2018 geltenden Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie des neu gefassten Bundesdatenschutzgesetzes getroffen. Das Projekt zur konzernweiten Implementierung der DSGVO wurde planmäßig umgesetzt, wobei einzelne Tochterunternehmen das Thema selbständig bearbeitet haben. Die Einhaltung des Datenschutzes ist nunmehr Linienaufgabe. Die Verantwortung dafür liegt dezentral bei den einzelnen Fachbereichen beziehungsweise Tochterunternehmen für ihre jeweiligen Verarbeitungsprozesse.

Eine Awareness-Kampagne mit Präsenz- und Online-Schulungen für die Konzernmitarbeiter sowie weitere fortlaufende Schulungsmaßnahmen für Führungskräfte und Beschäftigte im Datenschutzrecht und zur Datensicherheit haben zur Sensibilisierung beigetragen. Darüber hinaus ist in Einzelfällen eine fachliche und individuelle Beratung gewährleistet, welche die Sicherheit im Umgang mit Datenschutzregelungen unterstützt.

Soweit erforderlich haben die Konzernunternehmen Datenschutzbeauftragte mit Beratungs- und Überwachungsaufgaben gemäß DSGVO benannt. Der Datenschutzbeauftragte der FMG ist zugleich Datenschutzbeauftragter für die meisten Tochterunternehmen. Er gehört organisatorisch der Konzerneinheit Compliance an, übt seine Tätigkeit jedoch weisungsfrei aus und ist fachlich unmittelbar der Geschäftsführung unterstellt. Zur Datenschutzberatung im Konzern hat die Konzerneinheit Compliance darüber hinaus weiteres Know-how aufgebaut.

Verstöße gegen den Schutz von Kundendaten beziehungsweise ein Verlust solcher Daten sind nicht bekannt.

Risiken

Im Folgenden werden die Risiken erläutert, die einen wesentlichen Einfluss auf die Geschäftstätigkeit beziehungsweise auf die Ertrags-. Vermögens- und Finanzlage sowie die Reputation des Flughafens München ausüben könnten. Die Risiken werden jeweils vor (Übersicht Brutto-Risiken) und nach Berücksichtigung geeigneter Gegenmaßnahmen (Übersicht Netto-Risiken) dargestellt.

Die Risikobetrachtung bezieht sich auf die wirtschaftliche Belastung im angegebenen Betrachtungszeitraum. Zum 31. Dezember 2018 wurden für den Flughafen München folgende wesentliche Brutto-Risiken identifiziert:

Übersicht Brutto-Risiken

Grafik: Übersicht Brutto-Risiken

Risiken aus dem Eintritt von Ereignissen höherer Gewalt

Risiko Beschreibung und Analyse Gegenmaßnahme(n)
Naturkatastrophen Ein durch Starkregen bedingter Bruch der Isardämme bei Freising könnte zu einer Überflutung der Terminals führen. Sukzessive Erneuerung der Isardämme durch das Wasserwirtschaftsamt. In Teilen sind diese bereits saniert. Die Ereignisse Erdbeben, Sturm, Hagel und Hochwasser sind versichert.
Anschlag auf den Luftverkehr Die Gefahr terroristischer Anschläge auf den Luftverkehr besteht unverändert fort. Neben Personen- und Sachschäden wäre als Folge zumindest kurzfristig mit einem Rückgang von Flugbewegungen und Passagieren zu rechnen. Zur Abwendung eines terroristischen Anschlags ergreift die Konzernsicherheit strategische, operative sowie technische/organisatorische Maßnahmen: Vorhaltung ausreichender und gut ausgebildeter Personalressourcen, bauliche Maßnahmen zur Gewährleistung moderner und zugelassener Sicherheitstechnik und Infrastruktur, Überwachung der Dienstleistungsqualität durch nachhaltige Qualitätsmaßnahmen sowie ständiger Austausch mit den zuständigen Sicherheitsbehörden. Personen- und Sachschäden sowie Betriebsunterbrechungen sind versichert.
Terror am Standort Durch terroristische Handlungen auf dem Flughafen-Campus besteht das Risiko von Personen- und Sachschäden. Eine weitere Folge solcher Ereignisse wäre zumindest kurzfristig ein Rückgang von Flugbewegungen und Passagieren. Zur Abwendung eines terroristischen Anschlags ergreift die Konzernsicherheit strategische, operative sowie technische/organisatorische Maßnahmen: Vorhaltung ausreichender und gut ausgebildeter Personalressourcen, bauliche Maßnahmen zur Gewährleistung moderner und zugelassener Sicherheitstechnik und Infrastruktur, Überwachung der Dienstleistungsqualität durch nachhaltige Qualitätsmaßnahmen sowie ständiger Austausch mit den zuständigen Sicherheitsbehörden. Personen- und Sachschäden sowie Betriebsunterbrechungen sind versichert.
Wahrnehmung von Sicherheitsaufgaben Für Sicherheitsaufgaben in überlassenen Bereichen sind die Luftfahrtunternehmen verantwortlich. Luftfahrtunternehmen erfüllen in diesen Bereichen die gleiche Aufgabe wie Flughafenbetreiber, unterliegen jedoch nicht der gleichen Aufsichtsbehörde. Für den Flughafen München besteht das Risiko, dass im Rahmen von Inspektionen Mängel in überlassenen Bereichen aufgedeckt werden und dadurch der Flughafen insgesamt seinen Sicherheitsstatus verliert.
Fehlerhaftes Kontrollverhalten könnte zu Sach- und Personenschäden sowie Reputationsverlust führen.
Aktuell ist ein Tochterunternehmen der FMG mit der Wahrnehmung operativer Sicherheitsaufgaben in den überlassenen Bereichen beauftragt; dessen Leistungserbringung unterliegt regelmäßigem Monitoring durch die FMG. Darüber hinaus erfolgt ein gegenseitiger, intensiver Austausch mit den zuständigen Regulierungs- und Aufsichtsbehörden.
Markteinbruch durch Seuche/Krankheit Der Ausbruch von Epidemien/Krankheiten kann zu Markteinbrüchen mit reduzierten Flugbewegungen und Passagierzahlen führen. Aufgrund eines vergleichsweise hohen Fixkostenanteils kann der Flughafen München auf Markteinbrüche nur in begrenztem Ausmaß reagieren.
Großbrand Im Falle einer Beschädigung oder Zerstörung von Terminals oder Infrastrukturanlagen durch einen Großbrand ist mit Sach- und Personenschäden sowie bedeutenden und langfristigen Betriebsunterbrechungen zu rechnen. Zur Minimierung des Großbrandrisikos betreibt der Flughafen München alle notwendigen Maßnahmen des vorbeugenden und abwehrenden Brandschutzes sowie eine eigene Flughafenfeuerwehr. Das Risiko Großbrand ist zusätzlich durch eine Feuerversicherung (Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherung) sowie eine Betriebshaftpflichtversicherung (Haftpflichtansprüche Dritter) minimiert. Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen liegt das Netto-Risiko unter der Risikotoleranzgrenze.
Flugunfall Flugunfälle oder Schäden an Flugzeugen können zu Personen- und Sachschäden sowie Betriebsunterbrechungen und Folgeschäden führen. Zur Minimierung des Risikos unterhält der Flughafen München eine Flughafenfeuerwehr, einen medizinischen Dienst und ein Seelsorgeteam. Das Risiko Flugunfall ist durch Haftpflicht- und Kaskoversicherungen minimiert. Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen liegt das Netto-Risiko unter der Risikotoleranzgrenze.

Marktrisiken

Risiko Beschreibung und Analyse Gegenmaßnahme(n)
Verlust/Beeinträchtigung Hub Ändert die Deutsche Lufthansa ihre Strategie, den Flughafen München als Hub zu betreiben, hätte dies enorme Rückgänge in der Fluggast- und der Flugbewegungsentwicklung zur Folge.
Im Jahr 2018 hat die Deutsche Lufthansa ihr Flugangebot in München weiter ausgebaut. Mit der Stationierung von fünf Maschinen des Typs Airbus A380, dem Einsatz von vier zusätzlichen Maschinen aus der Airbus A320-Familie für den Mittelstreckenverkehr und der Flottenerneuerung mit modernen Langstreckenjets des Typs Airbus A350 wurde im Jahr 2018 das Drehkreuz ausgebaut und die Hubqualität des Flughafens München gestärkt. Das Risiko für den Verlust beziehungsweise eine Beeinträchtigung des Hubs wird daher als sehr gering eingestuft.
Die Zusammenarbeit des Flughafens München mit der Deutschen Lufthansa beruht auf gemeinschaftlichen Investitionen und langfristigen Kooperationsabkommen.
Konjunktur Als Folge einer schwachen Konjunktur können die im Planungsprozess unterstellten Wachstumsparameter nicht erreicht werden, was sich negativ auf die Ergebnisentwicklung auswirkt.
Während größerer Wirtschaftskrisen kann es zu einem Zusammenbruch der Kreditfinanzierungsmärkte kommen.
Zunehmende protektionistische politische Tendenzen könnten den Welthandel im Allgemeinen, aber auch den europäisch-amerikanischen Handel und damit den transatlantischen Luftverkehrsmarkt belasten. Daraus könnten sich für den Flughafen München wachstumshemmende Effekte ergeben.
Der Brexit ist mit Risiken für die Wirtschaftsentwicklung in Großbritannien, aber auch der EU verbunden und bleibt weiterhin zu beobachten.
Ein ungeordneter Brexit hätte zudem einen Austritt Großbritanniens aus der European Common Aviation Area (ECAA) zur Folge. Dies hätte aufgrund von Veränderungen in den Luftverkehrsrechten große Auswirkungen auf die Strukturen im europäischen Luftverkehrsmarkt und könnte die Entwicklung im Luftverkehrsmarkt vorübergehend bremsen.
Die Reduzierung der Ausgaben mittels Kostenmonitoring, gegebenenfalls sozial verträglicher Personalabbau sowie eine kurzfristige Kürzung des Investitionsbudgets in nicht kritischen Bereichen sollen die Folgen von Konjunktureinbrüchen mindern.
Zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit bestehen revolvierende Kreditlinien.
Für den Fall eines ungeordneten Brexits hat die Europäische Kommission im Dezember 2018 einen Vorschlag unterbreitet, der ein Einfrieren des aktuellen Verkehrsaufkommens zwischen Großbritannien und der EU-27 für einen Übergangszeitraum von zwölf Monaten vorsieht.

Zusätzlich zu den in der Risikomatrix dargestellten Risiken bestand im Vorjahr das Risiko »Wirtschaftliche Schwierigkeiten von Airlines«. Mit der Insolvenz von Air Berlin und Niki im Geschäftsjahr 2017 hat der Flughafen München wichtige Kunden verloren. Die durch diesen Ausfall entstandene Lücke konnte aufgrund der großen Nachfrage im innerdeutschen und touristischen Verkehr innerhalb kürzester Zeit durch andere Airlines, insbesondere Lufthansa und Eurowings, weitestgehend kompensiert werden. Da mit Ausnahme von Lufthansa keine am Flughafen München operierende Airline an den Verkehrsanteil von Air Berlin heranreicht, ist ein finanzielles Risiko durch einen weiteren Ausfall derzeit nicht gegeben und das Risiko im Jahr 2018 aus der Risikoberichterstattung entfallen.

Betriebliche Risiken

Risiko Beschreibung und Analyse Gegenmaßnahme(n)
IT-Ausfall Aufgrund von Brand, Wassereinbruch und Sabotage kann ein Schaden am IT-System entstehen. Ein Ausfall der IT für den Verkehrsbetrieb mit entsprechenden Betriebsunterbrechungen wäre die Folge. Ständige neue technologische Entwicklungen und die weltweit zunehmende Gefahr von Cyber-Angriffen führen zudem zu Risiken in Bezug auf die Sicherheit von IT-Systemen und Netzwerken sowie die Datensicherheit. Im Bereich Cyber-Kriminalität ist ein zunehmendes, abstraktes Gefahrenpotenzial vorhanden, das einer stetigen Beobachtung und Einschätzung bedarf. Ein Ausfall der IT für den Verkehrsbetrieb kann zu Betriebsunterbrechungen führen. Dies hätte finanzielle Einbußen sowie Reputationsschäden zur Folge. Die unternehmenskritischen IT-Systeme sind grundsätzlich redundant und an räumlich getrennten Standorten untergebracht. Sachschäden und Betriebsunterbrechung sind versichert. Zur Abwendung einer Cybercrime-Attacke am Flughafen München besteht seit dem Jahr 2004 ein zentrales Informationssicherheitsmanagement, das strategische, technische und organisatorische Maßnahmen zur Abwehr von Cyber-Attacken vorgibt und kontrolliert. Das Bewusstsein für Cyber-Risiken wird durch Trainings bei Führungskräften und Mitarbeitern verstärkt. Zudem hat der Flughafen München im Jahr 2018 ein Kompetenzzentrum gegen Cyber-Kriminalität (Information Security Hub) eröffnet. Hier trainieren IT-Spezialisten des Flughafens gemeinsam mit erfahrenen IT-Security-Unternehmen unter realistischen Bedingungen verschiedene Gefährdungsszenarien und testen neue Verfahren zur Bekämpfung von Cyber-Kriminalität. Das Risiko ist zusätzlich durch eine Versicherung minimiert. Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen liegt das Netto-Risiko unter der Risikotoleranzgrenze.
Wasserschaden Ein Wasserschaden durch den Bruch von Trink- oder Löschwasserhauptleitungen kann zu einem Ausfall von wichtigen Infrastrukturanlagen für den Flugbetrieb führen. Ferngesteuerte Notabschiebeeinrichtungen und zusätzliche Sicherungen der Rohrverbindungen begrenzen einen möglichen Schaden. Sachschäden und Betriebsunterbrechung sind versichert. Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen liegt das Netto-Risiko unter der Risikotoleranzgrenze.
Änderung von nationalen und EU-weiten Sicherheitsvorgaben (vormals Ausweitung der EU-weiten Sicherheitsvorgaben) Für den Flughafen München gelten nationale und EU-weite Luftsicherheitsvorgaben, die unter anderem die Themenschwerpunkte Flughafensicherheit, Fluggast- und Handgepäckkontrollen, Luftfracht- und Luftpost- sowie Warenkontrollen umfassen. Sich-erheitsvorgaben werden fortlaufend an die aktuellen Gegebenheiten angepasst. Daraus können für den Flughafen München sowohl prozessuale als auch infrastrukturelle Änderungen entstehen. Entsprechende finanzielle Belastungen wären die Folge. Über Verbands- und Gremienarbeit versucht der Flughafen München, die Auswirkungen möglichst gering zu halten. Durch frühzeitige Information über laufende Gesetzgebungsverfahren wird eine rechtzeitige Umsetzung der Sicherheitsauflagen sichergestellt. Zusätzliche, durch infrastrukturelle Änderungen entstandene Ausgaben werden der Entgeltrahmenvereinbarung zugrunde gelegt.
Nichtbestehen einer EU-Sicherheitsinspektion Die Luftfahrtbehörden der EU führen Sicherheitsinspektionen an Flughäfen durch. Bei Nichterfüllen der Sicherheitsstandards und anschließender Verfehlung des Nachaudits kann der Flughafen München seinen »Clean«–Status verlieren. Die Folgen wären eine Erhöhung der Sicherheitsauflagen, erhebliche Behinderung in den betrieblichen Prozessen, Wettbewerbsnachteile sowie Imageverlust. Der Flughafen München führt ein durchgängiges und strenges Qualitätsmanagement zur Steuerung der Qualität aller Sicherheitsaspekte am Flughafen München durch.
Ver- und Entsorgungseinrichtungen Die unzureichende Verfügbarkeit von betriebsnotwendigen Stoffen wie Strom, Wärme, Kälte, Trink- und Löschwasser, Abwasser und Abfall kann zu Sachschäden und Betriebsunterbrechungen führen. Wartung und Instandhaltung, Netzredundanzen und Bevorratung reduzieren das Risiko von Versorgungslücken. Sachschäden und Betriebsunterbrechung sind versichert. Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen liegt das Netto-Risiko unter der Risikotoleranzgrenze.
Sanierung Ground Handling Der Erfolg der Sanierung des ehemaligen Geschäftsbereichs Ground Handling könnte durch folgende ungewisse Ereignisse und Umstände gefährdet werden: nachhaltige Verkehrsrückgänge bei Bestandskunden, Abfertigungsverluste aufgrund der Abgabe von Teilflotten an Dritte, aggressive Preispolitik der Wettbewerber und zunehmender Preisverfall am Flughafen München. In den Verhandlungen zur Verlängerung des Langfristvertrags mit einem wichtigen Kunden der AeroGround wurde Ende 2016 ein neuer Vertrag abgeschlossen. Dadurch konnten einhergehende Sanierungstarifverträge verlängert werden. Zur Kompensation von wegfallenden Abfertigungsvolumina finden laufend Gespräche mit potenziellen Neukunden statt. Im Fall eines Abfertigungsverlusts werden Kapazitäten und damit einhergehende Kosten abgebaut. Ständige Kontrolle und Reporting des Sanierungsfortschritts beziehungsweise Sanierungspfads.
Personalbeschaffung/Rekrutierung Die Personalbeschaffung gestaltet sich in den unterschiedlichen Berufsgruppen zunehmend schwierig. Ursachen hierfür sind unter anderem der angespannte Arbeitsmarkt in der Region, die hohen Kosten für Wohnraum, das steigende Alter der Belegschaft sowie die hohe Fluktuation im Bereich der Bodenverkehrsdienstleistungen.Dadurch könnte es zu einer qualitativen Verschlechterung oder Verzögerung der Leistungserbringung sowie zu Vertragsverletzungen bei Abfertigungsleistungen kommen. Zur Gegensteuerung wurde eine Arbeitsgruppe installiert. Diese hat das Ziel, ein konzernweit abgestimmtes Vorgehen sowie zielgruppenspezifische HR-Marketing- und Beschaffungskonzepte zu entwickeln. Weitere Maßnahmen sind die Intensivierung der Ausbildungsaktivitäten, die Forcierung des Hochschulmarketings sowie die Präsenz auf Messen und Jobbörsen. Zudem wurden Projekte initiiert, um bezahlbaren Wohnraum für Konzernbeschäftigte zu schaffen.Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen liegt das Netto-Risiko unter der Risikotoleranzgrenze.
Drohnen Zusätzlich zu den in der Risikomatrix dargestellten betrieblichen Risiken besteht mit zunehmender Anzahl von Drohnen im Luftraum das Risiko, dass Drohnen unberechtigt in die Kontrollzone des Flughafens München eindringen und den Flugbetrieb stören oder gefährden. Die Bundesregierung hat im Jahr 2017 mit der Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten verschärfte Regeln für Drohneneinsätze beschlossen, unter anderem eine Kennzeichnungspflicht sowie ein Betriebsverbot in Kontrollzonen von Flughäfen. Zudem hat die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) eine Gesetzesvorlage zur Vereinheitlichung von Regeln für den Drohnenbetrieb in der EU erarbeitet. Unter anderem wird gefordert, dass Drohnen mit definierten Eigenschaften in nationalen Datenbanken registriert werden und damit genau ihren Betreibern zugeordnet werden können. Im Jahr 2018 hat das europäische Parlament die Zustimmung erteilt. Das Gesetz wird voraussichtlich im Jahr 2019 in Kraft treten. Gemeinsam mit den Flughafenverbänden ADV, ACI und dem Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) wirkt der Flughafen München an einer einheitlichen Regulierung des Dohnenverkehrs auf nationaler und europäischer Ebene mit. Zudem arbeiten die Bereiche Aviation und Konzernsicherheit an einer Studie zum Thema Drohnenschutz, mit dem Ziel, herstellerunabhängige Bewertungen der am Markt verfügbaren Technologien zur Auswahl von Drohnendetektionssystemen zu erhalten. Das Bruttorisiko liegt hierfür unter der Risikotoleranzgrenze und ging daher nicht in die Darstellung der Risikomatrix ein.
Dritte Start- und Landebahn Bedingt durch die Verschiebung der Entscheidung zur Realisierung des Projektes der dritten Start- und Landebahn, sind alle bisher angefallenen Planungs- und Grunderwerbskosten auf ihre Werthaltigkeit hin zu überprüfen und gegebenenfalls abzuschreiben. Auswirkungen aus dem aktuellen Moratorium wurden bilanziell berücksichtigt. Ohne Kapazitätserweiterung durch den Bau der dritten Start- und Landebahn könnte es zu einem signifikanten Unternehmenswertverlust kommen. Beeinflusst wird dieser vor allem durch ein Stagnieren beziehungsweise ein rückläufiges Verkehrsaufkommen und damit verbunden durch geringere Erlöse in den Bereichen Aviation und Non-Aviation. Das Ausbauprojekt wird nach der aktuellen Legislaturperiode weiter zu erörtern und das weitere Vorgehen zu entscheiden sein. Die gerichtliche Bestätigung des Planfeststellungsbeschlusses durch den Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) vom 19. Februar 2014 und im Folgejahr vom Bundesverwaltungsgericht war ein wichtiger Meilenstein im Hinblick auf die Begrenzung der rechtlichen Risiken für die Projektumsetzung. Als weitere Gegenmaßnahmen sind die Diversifikation der Produktpalette und die Ausweitung des Auslandsgeschäfts geplant.Trotz des Moratoriums hält der Flughafen München an dem Zukunftsprojekt fest.
Flächenenteisungsmittel Es wird vermutet, dass die Formiate des gegenwärtig verwendeten Flächenenteisungsmittels die Oxidation von Flugzeugbremsen beschleunigen. Im internationalen Normierungsgremium SAE (Society of Automobile Engineers) wird über ein Verbot von Formiatenteisungsmitteln diskutiert. Als Alternative gibt es derzeit am Markt nur Enteisungsmittel auf Glykolbasis, deren Einsatz am Flughafen München vom Umweltministerium nicht zugelassen ist. Im Falle eines Verbots müssten zur Einhaltung der wasserrechtlichen Auflagen erhebliche Investitionen in die Abwassersysteme vorgenommen werden. Die deutschen Verkehrsflughäfen gehen gemeinsam in den Verbänden ADV und BDL gegen das Verbot von Formiatenteisungsmitteln vor. Über das ACI Europe soll weiterhin Einfluss auf das SAE genommen werden. In Gesprächen mit der bayerischen Wasserwirtschaftsbehörde, dem ACI Europe und der zuständigen SAE-Arbeitsgruppe wurde dargestellt, dass möglichst wenig Enteisungsmittel eingesetzt wird, um die Umweltauswirkungen gering zu halten. Zudem werden die eingesetzten Flächenenteisungsmittel vom Flughafen München im Notice to Airmen (NOTAM) veröffentlicht. Hersteller der Enteisungsmittel sollen zukünftig zur Problemlösung eingebunden werden.
EU-Datenschutz-Grundverordnung Neben den in der Risikomatrix aufgeführten rechtlichen Risiken bestehen Risiken im Zusammenhang mit der im Jahr 2018 in Kraft getretenen EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Die DSGVO erweitert die bestehenden Pflichten aus dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und erhöht die rechtlichen, betrieblichen und technisch-organisatorischen Anforderungen an den Datenschutz. Eine Verletzung dieser Rechte und Pflichten könnte hohe Bußgelder, Schadenersatzklagen, Abmahnungen sowie Reputationsschäden nach sich ziehen.
Aktuell stehen am Flughafen München Fragestellungen im Zusammenhang mit der Nutzung der Videoüberwachung durch das CCTV-System (Closed Circuit Television) im Fokus.
Am Flughafen München wurde das Projekt zur Umsetzung der Anforderungen der DSGVO erfolgreich abgeschlossen. Damit wurden organisatorische Strukturen, Prozesse und deren Dokumentation angepasst sowie das Bewusstsein für Datenschutz im Konzern geschärft. Als Gegenmaßnahmen für Datenschutzrisiken aus CCTV wurden insbesondere folgende Maßnahmen getroffen: Rollennutzungskonzept, Neubeschilderung zum Hinweis auf Videoüberwachung, Neuverhandlung der Betriebsvereinbarung zu CCTV. Das Brutto-Risiko liegt hierfür unter der Risikotoleranzgrenze der FMG und ging daher nicht in die Darstellung der Risikomatrix ein.

Der Flughafen München ist wie im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit üblich mit unterschiedlichen Rechtsstreitigkeiten konfrontiert. Diese können insbesondere zur Zahlung von Schadenersatz oder im Rahmen von Bauprojekten zu Änderungen der Leistungsvergütung führen. Ferner können weitere Rechtsstreitigkeiten eingeleitet oder bestehende Rechtsstreitigkeiten ausgeweitet werden. Neben den Sachverhalten, für die bereits bilanzielle Vorsorge getroffen wurde, erwartet der Flughafen München aus weiteren bekannten Fällen zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Ertrags-, Vermögens-, und Finanzlage.

Im Zuge der geplanten Gründung von ausländischen Tochtergesellschaften im Rahmen des Betriebs und der Beratung von anderen Flughäfen und Terminals können sich Risiken aus der erstmaligen Übernahme der operativen Betriebsverantwortung im Ausland ergeben. Insbesondere unterliegen Flughafenbetreiberprojekte wie am Standort München selbst, allgemeinen volkswirtschaftlichen und unternehmensspezifischen Risiken. Aus risikominimierenden Gründen arbeitet der Flughafen München hierbei mit lokalen Partnern zusammen, die über Erfahrungen hinsichtlich der jeweiligen landestypischen Bestimmungen und Gegebenheiten verfügen. Um insbesondere Haftungsrisiken zu begegnen, werden in 2019 für die beginnenden Projekte lokale Gesellschaften gegründet.

Ein allgemeines Risiko besteht auch aus steuerlichen (Betriebs-)Prüfungen von Steuerbehörden.

Mit Ausnahme des Zinsänderungsrisikos lag für die nachfolgend aufgeführten Brutto-Finanzrisiken die erwartete wirtschaftliche Belastung zum 31. Dezember 2018 unter der Meldegrenze. Sie gingen daher nicht in die Risikoberichterstattung ein.

Finanzrisiken

Risiko Beschreibung und Analyse Gegenmaßnahme(n)
Währungsrisiken Soweit geplanten Umsätzen in Fremdwährungen keine entsprechenden währungskongruenten Ausgaben gegenüberstehen, ergeben sich Währungsrisiken. Währungsrisiken sichert der Flughafen München mit Devisentermingeschäften ab.
Kredit- und Bonitätsrisiken Kredit- und Bonitätsrisiken entstehen vor allem aus kurzfristigen Geldanlagen sowie Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Geldanlagen erfolgen nur bei (in der Regel deutschen) Kreditinstituten, die einer entsprechenden Einlagensicherung unterliegen.

Zum Management von Bonitätsrisiken gehören eine Bonitätsprüfung der Kunden, eine stetige Überwachung der offenen Posten und ein stringentes Mahnwesen. In Abhängigkeit von der Bonität werden bestimmte Aufträge nur gegen Vorauszahlung oder Stellung von Sicherheiten in Form von Bürgschaften erbracht.
Zinsänderungsrisiko Zinsrisiken ergeben sich im Wesentlichen aus variabel verzinsten Finanzschulden aus Darlehen sowie Finanzschulden gegenüber Gesellschaftern. Zinsrisiken aus variabel verzinsten Finanzschulden aus Darlehen begegnet der Flughafen München durch Absicherung mit Zinspayerswaps.

Nach Berücksichtigung der Gegenmaßnahmen verbleiben folgende Netto-Risiken:

Übersicht Netto-Risiken

Grafik: Übersicht Netto-Risiken

Chancen

Die Bereiche und Beteiligungen identifizieren, bewerten und steuern Chancen dezentral mit Unterstützung durch die Konzernbereiche Konzernentwicklung sowie Konzerncontrolling und Beteiligungsmanagement.

Im Folgenden werden Entwicklungen und Ereignisse aufgezeigt, die zu einer positiven Abweichung von der Planung führen könnten. Die Darstellung orientiert sich am Risikobericht, mit dem Unterschied, dass die horizontale Achse den Eintrittszeitpunkt – also den Erwartungshorizont zum Eintrittszeitpunkt von Chancen – und nicht die Eintrittshäufigkeiten darstellt. Bei im Zeitablauf gleichbleibendem Einfluss erfolgt keine Mehrfachnennung. Im Falle eines veränderten wirtschaftlichen Vorteils werden Mehrfachnennungen vorgenommen. Der wirtschaftliche Vorteil tritt kurz-, mittel-, lang- oder sehr langfristig ein und wird periodisch betrachtet.

Chancen

Chancen Beschreibung und Analyse
Konsum Die Bewältigung bestehender geopolitischer und finanzwirtschaftlicher Krisen könnte zu einer Steigerung der Konsumneigung der Fluggäste aus Regionen außerhalb Europas über das berücksichtigte Niveau hinausführen.
Konjunktur Eine Steigerung des Wirtschaftswachstums über das berücksichtigte Niveau hinaus könnte zu einer höheren Zunahme der Umsatzerlöse führen.
Verkehr Eine Steigerung des Luftverkehrswachstums über das erwartete Niveau hinaus könnte zu Umsatzsteigerungen in allen Unternehmensbereichen führen.
Hub-Entwicklung Die wichtige Partner-Airline Deutsche Lufthansa könnte aufgrund einer weiteren Verbesserung ihrer Marktposition den Ausbau des Drehkreuzes am Standort Flughafen München verstärken, was zu einer Passagierentwicklung über Plan führen würde.
Digitalisierung Der Flughafen München verfolgt die Strategie, sein Geschäftsmodell besser an den Strukturwandel infolge der Digitalisierung anzupassen. Aus dieser Strategie könnten mittel- bis sehr langfristig Wachstumseffekte entstehen, die in der bisherigen Planung nicht vollständig berücksichtigt sind.
Off-Campus Das Off-Campus-Geschäft des Flughafens München (Dienstleistungen und Handel) könnte sich besser entwickeln als erwartet, mit entsprechendem Wachstum des Unternehmensergebnisses.
Real Estate Die innovativen Immobilienkonzepte, die im Rahmen von LabCampus umgesetzt werden, könnten auf lange Sicht zu einer höheren Immobiliennachfrage führen als im Plan angenommen. Dies hätte eine Umsatzsteigerung in diesem und gegebenenfalls anderen Geschäftsfeldern zur Folge.
CO2-Strategie Die fortschreitende Effizienzsteigerung bei energiesparenden Technologien und ein damit verbundenes besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bei der emissionsarmen Energieerzeugung könnten dazu führen, dass die Kosten der CO2-Strategie des Flughafens München das erwartete Niveau unterschreiten.
Schienenanbindung Eine Verbesserung der Schienenanbindung über das erwartete Maß hinaus könnte zu einer Erweiterung des Passagiereinzugsgebiets und damit zu einer Steigerung des Umsatzes in allen Geschäftsfeldern führen.

Übersicht Chancen

Grafik: Übersicht Chancen

Gesamtaussage zur Chancen- und Risikosituation

Für den Flughafen München als zweitgrößten Verkehrsflughafen in Deutschland und einen der größten Airports in Europa ist es wichtig, sich bietende Chancen aktiv zu nutzen, um durch ein stetiges Wachstum seine Position am Markt weiter zu verbessern. Aber auch Risiken rechtzeitig zu erkennen und ihnen systematisch entgegenzuwirken, ist ein zentrales Ziel des Flughafens München.

So wird jedes Jahr die aktuell erwartete Wirkung möglicher Ereignisse und Entwicklungen bereits in der Geschäftsplanung berücksichtigt. Die berichteten Chancen und Risiken sind als über das prognostizierte Unternehmensergebnis hinausgehende potenzielle Abweichungen definiert. Der Flughafen München konsolidiert und aggregiert die von den Unternehmensbereichen und Konzerngesellschaften gemeldeten Risiken und berichtet vierteljährlich an die Geschäftsführung und Gesellschafter. Chancen werden unter Einbezug der Konzernbereiche Konzernentwicklung sowie Konzerncontrolling und Beteiligungsmanagement identifiziert und gesteuert.

Unter Berücksichtigung des aktuellen Geschäftsplans hat sich die Chancen- und Risikosituation im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Es wurden keine neuen Risiken identifiziert, die sich potenziell kritisch auf das Ergebnis auswirken könnten.

Aus dem konzernweiten Risikomanagementsystem wie auch nach Einschätzung der Geschäftsführung waren im aktuellen Prognosezeitraum keine Risiken absehbar, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit den Fortbestand des Flughafens München gefährden.

Der Flughafen München weist darauf hin, dass verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren dazu führen können, dass die tatsächlichen Ereignisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen.

München, den 11. April 2019

Dr. Michael Kerkloh Andrea Gebbeken Thomas Weyer

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