Arbeitswelt und GesellschaftWertschöpfung

Ökonomischer Nutzen

Die ökonomischen Auswirkungen des Flughafens München auf sein Umfeld sind vielschichtig. Grundsätzlich wird zwischen Effekten unterschieden, die unmittelbar aus dem Betrieb des Flughafens resultieren, und solchen, die durch seine Nutzung entstehen. Die Wertschöpfungseffekte, die der Betrieb des Airports erzeugt, unterteilen sich in direkte, indirekte und induzierte Effekte.

  • Direkte Effekte: Sämtliche Wertschöpfung durch die wirtschaftlichen Aktivitäten am Flughafen München. Aus der direkten Wertschöpfung werden Löhne und Gehälter entrichtet.
  • Indirekte Effekte: Die Summe der Wirkungen in einer Region, welche sich aufgrund von Liefer- und Leistungsbeziehungen der Unternehmen am Flughafen München ergeben.
  • Induzierte Effekte: Wirtschaftliche Aktivitäten mit Wertschöpfungswirkung in der Region, welche sich aufgrund des Konsums aus Einkommenszahlungen am Flughafen München ergeben.

Effekte, die sich aus der Nutzung des Flughafens München ergeben, werden als Standorteffekte bezeichnet. Dazu zählen positive ökonomische Auswirkungen, wie etwa die Steigerung von Produktivität und Investitionen sowie ein hohes Beschäftigungs- und Innovationsniveau. Die Nähe zum Flughafen ist ein wichtiges Kriterium für die Ansiedlung von Unternehmen. Der Flughafen bietet außerdem Vorteile für die Tourismusbranche.

Zentrale Beschaffung von Leistungen

Konzernweites Warengruppenmanagement

Der Flughafen München hat keine klassische Lieferkette, sondern beschafft eine Vielfalt an Produkten und Dienstleistungen, die für den Betrieb und Ausbau eines internationalen Drehkreuzflughafens nötig sind. Das Waren-spektrum entspricht dem Bedarf einer Kleinstadt: Die 139 Warengruppen reichen von Bürobedarf über Straßenbau bis hin zu Fahrzeugen und Gebäuden. 2018 betrug das Gesamtbeschaffungsvolumen1) des Flughafen München Konzerns rund 750 Millionen Euro. Alle Beschaffungen der Fachbereiche und der Tochtergesellschaften laufen über das zentrale konzernweite Warengruppenmanagement. Nur die Warengruppen Handelswaren, Food & Beverage sowie medizinische Artikel werden direkt von den Tochterunternehmen eingekauft.

Rechtliche Vorgaben bei der Beschaffung

Der Flughafen München Konzern ist als Sektorenauftraggeber im Bereich »Häfen und Flughäfen« tätig. Daher richtet sich die Beschaffung grundsätzlich nach dem Kartellvergaberecht. Bei öffentlichen Aufträgen erfolgt eine europaweite Ausschreibung nach verbindlichen vergaberechtlichen Vorgaben. Aufträge, die nicht unter das Kartellvergaberecht fallen, schreibt der Konzern in der Regel nach einem unternehmensspezifischen, formalisierten Verfahren aus.

Lieferantenstruktur und Lieferantenmanagement

Rund 5.100 Lieferanten sind für den Flughafen München Konzern tätig. Die Lieferantenstruktur ist 2018 im Vergleich zum Vorjahr relativ konstant geblieben. 98 Prozent des Beschaffungsvolumens des Flughafens fließt an Unternehmen, die ihren Sitz in Deutschland haben. Von diesen kommen wiederum 61 Prozent aus Bayern und 38 Prozent aus München und dem Flughafenumland.

Umland hilft am Airport

Damit der Flugbetrieb im Winter reibungslos läuft, müssen Start- und Landebahnen, Vorfelder und Rollwege schnee- und eisfrei sein. Um die Fläche von über vier Millionen Quadratmetern zu räumen, bekommt der Flughafen München bereits seit über 20 Jahren tatkräftige Unterstützung von Landwirten und Fuhrunternehmen aus der Region. Zu diesem Zweck werden die Traktoren mit speziellen Geräten wie Pflügen, Kehrmaschinen und Funkgeräten ausgestattet.

Die Flughafen München GmbH beurteilte 2018 etwa 150 Rahmenvertragspartner nach folgenden Kriterien: Qualität des Produkts oder der Dienstleistung, Liefertreue, Service- und Preisentwicklung, aber auch Zertifizierung der Unternehmen nach Qualitäts- und Umweltstandards. Lagen schwache Ergebnisse vor, erhielten die Anbieter bei Lieferantenaudits die Chance, Mängel zu beheben.

Die Hauptwarengruppenstruktur der Flughafen München GmbH

  • Büro- und sonstige Gemeinkosten
  • Hilfs- und Betriebsstoffe
  • IT
  • Marketing
  • Allgemeine Dienstleistungen
  • Instandhaltung/Instandsetzung
  • Fahrzeuge, Anlagen und Maschinen
  • Halb-, Werkzeuge
  • Elektro-, Automatisierungs- und Prozessleittechnik
  • Energie
  • Bau und Planung
Foto: Umland
Das Umland im Blick: Der Flughafen wird größtenteils von regionalen Geschäftspartnern beliefert.

Verantwortung in der Lieferkette

Bieter müssen bei der Angebotsabgabe die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben bestätigen, um Gründe auszuschließen, die gegen eine Teilnahme am Kartellvergabe- oder Ausschreibungsverfahren sprechen. Zudem müssen sie verschiedene Nachweise über die Einhaltung von Qualitätssicherungs- und Umweltmanagementnormen erbringen. Oberstes Ziel bei einer Beauftragung ist es, Vereinbarungen zu treffen, die ökologische, soziale und ökonomische Aspekte erfüllen (Rechtliche Grundlage: § 21 SektVO, § 7 SektVO). Bei Fahrzeugen und Geräten für den Fuhrpark der FMG wird darauf geachtet, umweltschonende, insbesondere CO2-arme Fahrzeuge zu beschaffen. Der Flughafen München Konzern vergibt Aufträge nach Maßgabe der Wirtschaftlichkeit und legt besonderen Wert auf den Einsatz von langlebigen und verbrauchsarmen Materialien und Produkten. Bei Investitionsgütern werden bei Bedarf Folgekosten für Wartung und Instandhaltung (Life Cycle Costs) berücksichtigt. Der Konzern wird hauptsächlich von Geschäftspartnern aus der Region beliefert, was Transportwege verkürzt und CO2-Emissionen reduziert. Beispielsweise bezieht die Allresto jährlich überwiegend saisonale Lebensmittel für gut 20 Millionen Euro – fast alle stammen aus Bayern, gut die Hälfte aus dem direkten Flughafenumland. Bei den Lebensmitteln handelt es sich zudem überwiegend um saisonale Produkte.

1) Zahlen beziehen sich auf das Gesamtbeschaffungsvolumen des Flughafen München Konzerns 2018.

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